EWU: Inflationsrate sinkt erneut

Die Inflationsrate im Euroraum, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist im September nach vorläufigen Angaben auf 0,3 Prozent gesunken. Im August lag die Jahresrate noch bei 0,4 Prozent. Damit nähert sich die Rate der Nulllinie weiter an. Allerdings war es allein die Energiekomponente, die für den rückläufigen Preisdruck sorgte. Nahrungsmittel, Dienstleistungen und sonstige Industriegüter verteuerten sich, wenn auch nur moderat und um weniger als im Vormonat.

Die Kernrate, also die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, sank ebenfalls, und zwar von 0,9 auf 0,7 Prozent. Grund dafür war, dass der Preisauftrieb bei Dienstleistungen und industriellen Gütern ohne Energie – die beiden Unteraggregate mit den größten Gewichten am Warenkorb – geringer ausfiel als noch im Vormonat. Dennoch steigen die Preise in diesen Teilbereichen noch immer leicht. Die Gefahr einer Deflation mit sinkenden Preisen aller Güter und Dienstleistungen auf breiter Front ist vor diesem Hintergrund eigentlich nicht gegeben. Die insgesamt schwache Preisentwicklung ist vielmehr ein Zeichen des Anpassungsprozesses nach der Krise, in dem sich noch zahlreiche Volkswirtschaften des Währungsgebiets befinden.

Im Teilbereich Energie gingen wieder einmal die Preise deutlich zurück – gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent. Wesentlichen Anteil daran hat die Entwicklung des Rohölpreises. In Euro gerechnet war der Ölpreis gut 9 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr. Trotz des relativ geringen Gewichts von nur etwas mehr als 10 Prozent am gesamten Warenkorb führten die drastischen Preisrückgänge im Teilsegment Energie in den letzten Monaten zu einer rückläufigen Gesamtinflation.

Die heute veröffentlichen Daten sind eine erste Schätzung der Inflationszahlen für den September auf der Basis von Daten aus Deutschland, Italien und Spanien. Die für europäische Zwecke harmonisierte Inflationsrate belief sich in Spanien auf  -0,3 nach -0,5 Prozent, in Italien auf unverändert -0,2 Prozent und in Deutschland auf unverändert 0,8 Prozent. In diesen drei Ländern hat sich die Preisentwicklung also nicht weiter abgeschwächt.

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