Gold: Zwischenstopp bei 1.200 USD

Der Mix aus schwachen Aktienmärkten, Konjunktursorgen und schwelenden geopolitischen Brandherden sollte zumindest theoretisch zu einem deutlich steigenden Goldpreis führen, allerdings passierte dies bisher nicht. Stattdessen ist der Goldpreis, wie von uns antizipiert, zwischenzeitlich auf ein Jahrestief bei 1.191 USD gefallen (Vgl. Flash „Gold: Gegenwind nimmt zu“ vom 09.09.2014). Vor allem die USD-Stärke aber auch die Erwartung, dass in den Vereinigten Staaten mit Blick auf 2015 ein Leitzinsanstieg bevorsteht, hat dem gelben Edelmetall zugesetzt.

Allerdings hat sich der globale Konjunkturausblick zuletzt weiter verschlechtert. Wegen der vielfältigen geopolitischen Unruhen, der Ebola-Krise und der rasant zunehmenden europäischen Konjunktursorgen hat der Internationale Währungsfonds seine weltwirtschaftliche Wachstumsprognose für 2014 im Vergleich zum April-Wert von 3,7% auf 3,3% eingekürzt. Ferner hält der IWF insbesondere die europäischen Banken für nicht stark genug, um die in Europa notwendige Kreditvergabe anzukurbeln. Die weltweite Konjunkturverlangsamung wirkt negativ auf risikobehaftete Anlageklassen, wie Aktien, und unterstützt tendenziell die sicheren Häfen, wie Gold.

In den Protokollen der letzten Fed-Sitzung („Fed-Minutes“) haben einige Teilnehmer die Befürchtung geäußert, dass die globale Konjunkturverlangsamung auch negativ auf die US-Wirtschaft wirkt. Insgesamt wurde der Wortlaut der „Fed-Minutes“ vom Kapitalmarkt als – in geldpolitischer Hinsicht – weniger restriktiv interpretiert. Als Folge scheint der USD seine Aufwärtsbewegung zu unterbrechen. Gold kann hiervon profitieren.

Bevor der Goldpreis getragen von einem mit Blick auf die nächsten 12 Monate erstarkenden USD und der im Sommer 2015 vollzogenen Leitzinswende seine Reise in Richtung 1.100 USD fortsetzen wird, sollte sich die 1.200 USD-Marke unseres Erachtens erst einmal als Unterstützung erweisen. Da die konjunkturellen Abwärtsrisiken aktuell überwiegen und sich das Aktien-Sentiment verschlechtert, wird Gold kurzfristig, auch weil die Spekulanten oftmals antizyklisch agieren („Pain-Trade“), eine Relative Stärke im Vergleich zu Risikoaktiva herausbilden.

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