Britische Parlamentswahlen 2015: Abwanderung zur Europa-feindlichen UKIP?

Kaum haben die Briten das Trauma des schottischen Referendums hinter sich gelassen, rückt die Parlamentswahl 2015 in den Fokus. Und diese verspricht spannend zu werden. Laut jüngsten Umfragen könnte die Europa-feindliche UKIP (UK Independence Party) bis zu 25% der Sitze im englischen Parlament gewinnen. Potentiell würde damit Parteichef Nigel Farage die Rolle des Königsmachers zufallen, der in der Lage wäre, einer konservativen Minderheit zur notwendigen Mehrheit zu verhelfen. Die Bedingung für seine Unterstützung hat Mr. Farage schon heute klar definiert: David Cameron müsste sich bereit erklären, das für 2017 geplante EU-Referendum um 2 Jahre vorzuziehen. Ob dies rein organisatorisch überhaupt möglich wäre, sei dahingestellt. Das Signal wäre in jedem Fall fatal. Mit dem Eintritt der UKIP in das englische Parlament würde sich die politische Landschaft Großbritanniens grundlegend verschieben. Koalitionsregierungen, bis vor einigen Jahren ein Novum für die Briten, wären dann an der Tagesordnung. Der Eintritt einer Europa-feindlichen Partei in das Parlament würde außerdem den Druck auf die anderen etablierten Parteien erhöhen, sich klar zum Thema EU-Mitgliedschaft zu positionieren. Für das Pfund sind diese politischen Entwicklungen momentan zwar nicht mehr als Störfeuer. Mit Blick auf 2015 allerdings wird die Relevanz (und Brisanz) politischer Entwicklungen unweigerlich zunehmen.

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