Irland glänzt mit positivem Ausblick

Der irische Finanzminister Noonan hat gestern den Haushalt für das kommende Jahr vorgestellt. Und es zeigt sich einmal mehr, dass die Iren mit der Abarbeitung ihrer wirtschaftspolitischen und strukturellen Hausaufgaben ein gutes Stück weit vorangekommen sind. Grundlage des optimistischen Bildes ist die Rückkehr der irischen Volkswirtschaft auf einen soliden Aufschwungpfad. In den letzten vier Quartalen legte die Wirtschaftsleistung im Mittel um rund 1,6 Prozent auf Quartalsbasis zu. Getragen wurde die Erholung durch eine lebhafte Entwicklung bei den Investitionen und den Exporten. Die fortschreitende Verbesserung am Arbeitsmarkt hat auch zu einer zaghaften Verbesserung der privaten Konsumausgaben geführt. Auf Basis der Daten bis einschließlich des zweiten Quartals liegt das Niveau des Bruttoinlandsprodukts (BIP) jetzt schon im bisherigen Jahresverlauf rund 5 Prozent über dem Niveau des Jahres 2013. Das Wachstumstempo dürfte in der zweiten Jahreshälfte jedoch etwas moderater ausfallen, kleinere Rückschläge deuten sich für das dritte Quartal an. Dies erklärt auch die BIP-Prognose der Regierung, die ein Wachstum für 2014 von 4,7 Prozent vorhersagt. Im Jahr 2015 wird dann ein leicht schwächerer Zuwachs von 3,9 Prozent erwartet. Mit der erwarteten BIP-Entwicklung dürfte die irische Volkswirtschaft damit deutlich stärker wachsen als der Durchschnitt der EWU.

Der positive Konjunkturausblick schlägt sich auch nieder in den neuen Projektionen zu den Staatsfinanzen. Für dieses Jahr geht die Regierung nur noch von einem Defizit von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. In den Vereinbarungen mit der EU wurde noch ein Fehlbetrag von 5,1 Prozent veranschlagt. Schon im kommenden Jahr soll das Defizit erstmals seit 2007 wieder unter der Maastricht-Schwelle von 3 Prozent liegen. Zurückzuführen sind diese Erfolge vor allem auf die sprudelnden Einnahmen. Aber das Finanzministerium verweist auch auf einen günstigen statistischen Effekt durch die Umstellung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auf eine neue Systematik.

Mit dem positiven fiskalischen Ausblick hat die irische Regierung für das kommende Jahr einige steuerliche Erleichterungen und Mehrausgaben vorgesehen. Damit werden fiskalpolitische Spielräume genutzt, nachdem die Iren über Jahre hinweg scharfe Konsolidierungsmaßnahmen über sich ergehen lassen mussten. Die punktuellen Steuer- und Abgabenerleichterungen dürften positiv auf die Konjunktur wirken. Dass aber die Konsolidierung trotz dieser Lockerungen weiter mit Elan angegangen wird, sieht man an der weiteren Rückführung des strukturellen Defizits. Denn dieses soll auch in den kommenden Jahren um mehr als die veranschlagten 0,5 Prozent des BIP pro Jahr verringert werden. Damit bleibt Irland weiter auf einem guten Weg.

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