Ifo-Geschäftsklima: Im Oktober noch schwächer als erwartet

Die Konjunkturschwäche in Deutschland hält wohl auch im vierten Quartal weiter an. Das geht aus der aktuellen Umfrage des ifo-Instituts hervor. Das Geschäftsklima in den deutschen Unternehmen hat sich im Oktober zum sechsten Mal in Folge abgeschwächt und ist auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren gesunken. Noch stärker als die Geschäftserwartungen ist in diesem Monat die Einschätzung der aktuellen Lage gefallen. Das lässt darauf schließen, dass nach dem enttäuschend verlaufenen dritten Quartal auch im Schlussvierteljahr 2014 kaum mit einer durchgreifenden konjunkturellen Erholung zu rechnen sein dürfte.

Besonders schwach zeigt sich laut ifo-Umfrage aktuell die Industrie, die vor allem unter der außenwirtschaftlichen Eintrübung in Folge der vielen internationalen Krisen leidet. Diese Zahlen stehen in einem gewissen Kontrast zu den positiven Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurden. Aufgrund der breiteren Grundlage der ifo-Daten messen wir ihnen eindeutig eine größere Signifikanz zu. Einen positiven Aspekt immerhin bringt die ifo-Umfrage aber: Die Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe sind erstmals seit Mai wieder leicht gestiegen, das könnte das Licht am Ende des Tunnels signalisieren.

Wir gehen in unserer aktuellen Konjunkturprognose davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in den Sommermonaten lediglich stagniert hat (erste Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt Mitte November), und dass auch im Schlussvierteljahr noch nicht mit einer nennenswertem Aufwärtsentwicklung gerechnet werden kann. Die deutsche Konjunktur bleibt also vorerst schwach. Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 dürfte bei 1,3% liegen, wobei sich vor allem der positive Jahresauftakt noch günstig auf das Gesamtergebnis auswirkt. Für das kommende Jahr erwarten wir dann eine allmähliche Aufhellung der wirtschaftlichen Perspektiven, doch aufgrund des schwachen Starts ergibt sich für 2015 lediglich eine Wachstumsrate von 1,0%.

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