US-Wirtschaft ist in Q3 auf Wachstumskurs geblieben

Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal ihren Wachstumskurs beibehalten und ist um 3,5 Prozent (annualisiert) gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Dass die Dynamik damit etwas hinter dem durch Sondereffekte getriebenen starken zweiten Quartal (+4,6 Prozent) zurückblieb, ist keine Überraschung. Tatsächlich hat sich das Bruttoinlandsprodukt sogar noch etwas stärker erhöht, als die meisten Experten erwartet hatten. Eine Überraschung ist der sehr starke Wachstumsbeitrag vom Außenhandel, der immerhin allein 1,3-Prozentpunkte der Dynamik lieferte. Schließlich sind die Vereinigten Staaten nicht gerade als eine große Exportnation bekannt. Zugegeben – ein leichter Rückgang bei den Einfuhren hat zu diesem kräftigen Schub beigetragen. Doch liegt der Anstieg der Exporte um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und zeigt, dass sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie verbessert hat. Nach dem internationalen Handel lieferte der private Verbrauch in der Konsum-Nation-Nr. 1 im dritten Quartal nur den zweitstärksten Wachstumsbeitrag. Die Kauflust der Verbraucher fiel sichtbar schwächer aus als im Vorquartal. Angesichts der schwachen Einzelhandelsumsätze ist der Rückgang der Konsumdynamik auch keine allzu große Überraschung, er fiel in Anbetracht der recht guten Stimmung bei den Verbrauchern jedoch unerwartet stark aus.

Auch bei den privaten Investitionen ließ die Dynamik nach, während der Staatsverbrauch mit einem deutlichen Plus bei den Verteidigungsausgaben kräftig zulegte. Bezüglich der Inlandsnachfrage liefern die heute veröffentlichten Daten also ein eher gemischtes Bild und könnten Zweifel an der Robustheit der US-Konjunktur schüren. Die guten Umfragewerte und andere Vorlaufindikatoren weisen jedoch auf ein Wiederanziehen beim Konsum und den privaten Investitionen im laufenden Quartal hin. Da mit einem ähnlich starken Schub vom Außenhandel und vom Staat nicht erneut zu rechnen ist, sollte sich die wirtschaftliche Dynamik allerdings weiter verlangsamen. Wegen des wetterbedingten schwachen Jahresstarts dürfte 2014 das Bruttoinlandsprodukt nur um 2,2 Prozent steigen. Unser Bild eines weiteren leichten Rückgangs der wirtschaftlichen Dynamik in den kommenden Quartalen wird durch die aktuellen Zahlen nicht in Frage gestellt. Es zeigt sich vielmehr, dass die private Inlandsnachfrage zwar robustes Wachstum zeigt, aber zur Dynamik von früheren Boomphasen nicht zurückkehren wird.

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