Euro-Inflationsrate steigt ganz leicht im Oktober

Die Inflationsrate (Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)) im Euroraum ist im Oktober nach vorläufigen Eurostat-Angaben leicht auf 0,4 Prozent gestiegen. Im September lag die Jahresrate bei 0,3 Prozent. Damit verbleibt die Inflationsrate auch weiterhin nahe der Nulllinie.

Wieder einmal waren es die Preise für die Energiekomponente, die die Verbraucherpreisentwicklung bremsten (-1,8 Prozent J/J). Wesentlichen Anteil an den niedrigen Energiepreisen hat die Entwicklung des Rohölpreises, der im Verlauf des Oktobers deutlich unter sein Vorjahresniveau sank.

Bei Nahrungsmitteln setzte sich dagegen die Preiserholung aus den letzten beiden Monaten fort (+0,5 Prozent J/J). Die günstigen Witterungsverhältnisse im Frühjahr dieses Jahres hatten erntebedingt zu einem Preisrückgang bei Nahrungsmitteln geführt, der aber inzwischen ausgelaufen ist. Daher dürfte in den kommenden Monaten die Inflationsrate durch die Preise für Nahrungsmittel eher angetrieben werden, während die Energiepreise noch bremsen.

Die Dienstleistungen verteuerten sich nur moderat (+1,2 Prozent J/J), sonstige Industriegüter ohne Energie verzeichneten dagegen Preisrückgänge (-0,1 Prozent J/J). Daher sank die Kernrate, also die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, leicht von 0,8 auf 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten Jahresverlauf schwankte die Kernrate in dem Bereich zwischen 0,7 und 1,0 Prozent, was die schwache Konsumnachfrage im Währungsgebiet unterstreicht. Erst mit einer deutlicheren Erholung der Konjunktur und einer Entlastung bei der noch immer hohen Arbeitslosigkeit dürfte sich an dem Bild der schwachen Kernrate etwas ändern.

Die heute veröffentlichen Daten sind eine erste Schätzung der Inflationszahlen für den Oktober. Schnellschätzungen aus den Mitgliedsländern liegen für Deutschland, Italien und Spanien vor. Leichten Preisanstiegen in Spanien und Italien steht ein Verbraucherpreisrückgang in Deutschland gegenüber (im Vergleich zum Vormonat). Die jährliche Inflationsrate belief sich in Spanien somit auf -0,2 nach -0,3 Prozent, in Italien verbesserte der HVPI sich von -0,2 Prozent auf +0,1 Prozent im Oktober. In Deutschland ging die Inflationsrate nach HVPI dagegen leicht von 0,8 auf 0,7 Prozent zurück.

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