Emerging-Markets-Währungen gehen gegenüber dem US-Dollar getrennte Wege

Betrachtet man die Entwicklung verschiedener EM-Währungen gegenüber dem US-Dollar, wird deutlich, dass diese, nachdem sie längere Zeit die gleiche Marschrichtung eingeschlagenen haben, derzeit unterschiedliche Wege gehen. Während die großen EM-Währungen, wie die türkische Lira oder der südafrikanische Rand, sich angesichts der zuletzt durchwachsen ausgefallenen US-Daten gegenüber dem Greenback unter dem Strich befestigen konnten, bekommen die kleinen osteuropäischen Währungen, wie beispielsweise der polnische Zloty oder die tschechische Krone, weiterhin gegenüber der US-Devise kein Bein auf die Erde.

Als mögliche Erklärungen hierfür können neben dem unterschiedlichen gegenwärtigen Leitzinsniveau in den einzelnen EM-Staaten auch ihre weiteren geldpolitischen Perspektiven im Umfeld einer näher rückenden US-Leitzinswende herangezogen werden. So bewegt sich doch das Leitzinsniveau der osteuropäischen Staaten derzeit zwischen mageren 0,05% und 3,00%. Damit liegt es deutlich unter dem der Türkei (8,25%) und Südafrikas (5,75%). Erschwerend kommt für die kleinen osteuropäischen Währungen noch hinzu, dass die Geldpolitik in Ländern wie z.B. Polen oder Rumänien auf kurze Sicht noch expansiver werden dürfte. Die sich bereits auf historischen Tiefstständen befindlichen Leitzinsniveaus haben demnach noch nicht ihr neues Allzeittief erreicht. Ganz anders sieht es hingegen in den Hochzinsstaaten Türkei und Südafrika aus. Hier ist angesichts der sich hartnäckig haltenden Inflationsrisiken in den kommenden Monaten mit einem zunächst unverändert restriktiven Leitzinsniveau (Türkei) oder sogar mit einer moderaten Straffung der geldpolitischen Zügel (Südafrika) von einem bereits recht hohen Niveau aus zu rechnen.

Da die Leitzinsschere in der nächsten Zeit zwischen den großen EM-Staaten und den kleinen osteuropäischen Pendants weiter auseinander gehen dürfte, ist davon auszugehen, dass die entsprechenden Währungen weiterhin unterschiedlich auf kommende US-Impulse reagieren werden. Während sich Zloty und Co. weiter warm anziehen sollten, dürften der Lira und dem Rand hingegen etwas entspanntere Tage bevorstehen.

 

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