Deutsche Konjunkturdaten senden gemischte Signale

Die Daten für die Industrieproduktion und den deutschen Außenhandel im Monat September haben kein klares Bild gezeichnet: Einerseits dokumentieren insbesondere die Zahlen zu den deutschen Exporten eine kräftige Erholung nach dem schwachen Vormonat, andererseits bleiben die Produktionsdaten hinter den Erwartungen zurück.

Die monatlichen Exporte erreichten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im September mit einem Wert von 102,5 Milliarden Euro sogar einen neuen Rekord. Auch die Importe legten kräftig zu. Der Handelsbilanzüberschuss schloss bei 21,9 Milliarden Euro, auch das ein sehr hoher Wert. Damit dürfte der deutsche Außenhandel im dritten Quartal einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet haben.

Die Produktion im Industriebereich legte im September zwar um +1,7 Prozent zu. Nach dem starken Minus im August (-3,4 Prozent) ist dies aber eine leichte Enttäuschung. Innerhalb der Industrie verzeichneten nur die Hersteller von Investitionsgütern einen Zuwachs (+ 4,5 Prozent), insbesondere in der Kfz-Produktion (+10,1 Prozent). Die Produktion von Vorleistungs- und Konsumgütern nahm dagegen erneut leicht ab. Insgesamt steht damit sowohl für die Industrie als auch für den Bausektor im abgelaufenen Quartal ein leichtes Minus zu Buche.

Im Hinblick auf die erste Schätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in der kommenden Woche gehen wir nach den aktuellen Daten lediglich von einer Stagnation aus. Nach dem Minus im Frühjahr schrammt die deutsche Konjunktur damit wohl nur knapp an einer „technischen“ Rezession (zwei Negativquartale in Folge) vorbei.

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