Hat die Neuausrichtung des japanischen Pensionsfonds Schuld an der jüngsten JPY-Schwäche?

Der Japanische Yen eilt in den letzten Tagen von einem Jahrestiefststand zum nächsten. Gegenüber dem US-Dollar erreichte die japanische Landeswährung zuletzt den tiefsten Stand seit 2007, gegenüber einer schwächelnden Gemeinschaftswährung fiel sie immerhin auf den tiefsten Stand seit Beginn des Jahres. Vielerorts wird hierfür – neben den zusätzlichen expansiven Maßnahmen der BoJ – die Neuausrichtung des japanischen „Government Pension Investment Fund“ (GPIF), des größten staatlichen Pensionsfonds der Welt, verantwortlich gemacht. Dieser will sich künftig eine riskantere Strategie zulegen und im Zuge dieser Umstrukturierung unter anderem vermehrt auf ausländische Aktiva setzen. So sollen im Zuge der Neuausrichtung Aktien und Anleihen außerhalb Japans in Höhe von umgerechnet rund 115 Mrd. EUR angekauft werden. Das Angebot an Yen auf den Devisenmärkten sollte entsprechend zunehmen.

Dabei dürften die Auswirkungen der GPIF-Reform auf den Wechselkurs der japanischen Landeswährung vor allem davon abhängen, über welchen Zeitraum der GPIF den verstärkten Ankauf ausländischer Wertpapiere streckt. Im wahrscheinlichen Fall, dass der Zeitraum mehrere Jahre beträgt (Beobachter gehen von fünf Jahren aus), dürften die Auswirkungen der Umstrukturierung von anderen Entwicklungen überlagert werden. Für einen nachhaltigen Einfluss sollten die in Aussicht gestellten Umschichtungen, insbesondere verglichen mit den in den vergangenen Jahren verzeichneten Kapitalflüssen japanischer Investoren in die Finanzmärkte außerhalb Japans sowie den dabei zu beobachtenden großen Schwankungen, zu gering sein.

Zwar dürfte die Ankündigung des GPIF mit zur Eintrübung des Yen-Sentiments und damit zur Schwäche der japanischen Landeswährung beigetragen haben. Ein nachhaltiger Effekt lässt sich auf Basis der in Aussicht stehenden Umschichtungen allerdings kaum rechtfertigen.

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