Deutschland: Nur schwaches Wachstum in Q3

Die deutsche Wirtschaft ist knapp an der befürchteten Mini-Rezession vorbeigeschrammt. Für das abgelaufene Quartal wurde vom Statistischen Bundesamt eine gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate von knapp 0,1 Prozent gemeldet, nachdem für das vorangegangene Quartal ein kleines Minus von ebenfalls 0,1 Prozent zu Buche stand. Insgesamt in Deutschland also konjunkturelle Stagnation über die Sommermonate.

Nach den jüngsten Meldungen hat der robuste private Konsum zusammen mit einem Plus bei den Exporten dafür gesorgt, dass beim deutschen Bruttoinlandsprodukt das zweite Minusquartal in Folge vermieden worden ist. Zu einer guten Kauflaune bei den Verbrauchern dürften die Rekordbeschäftigung, steigende Löhne, die niedrige Inflation sowie geringe Sparzinsen beigetragen haben. Und im Exportgeschäft bereiten zwar große Schwellenländer wie Russland und Brasilien derzeit Sorgen, dafür war aber beispielsweise die Nachfrage aus den USA und Großbritannien zuletzt merklich gestiegen. Ein negativer Impuls kam dagegen von den Investitionen: Die deutschen Unternehmen haben wohl vor allem angesichts der internationalen Unsicherheiten ihre Investitionsausgaben eingeschränkt.

Deutschland hat damit vorerst seine Rolle als Wachstumslokomotive im Euro-Raum eingebüßt. Auch im laufenden Quartal dürfte die heimische Konjunktur kaum an Dynamik gewinnen, eine allmähliche Erholung ist erst für den Jahresverlauf 2015 zu erwarten. Wir gehen für das kommende Jahr von einer Wachstumsrate von einem Prozent aus.

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