Moderates Wachstum im Euro-Raum – Italien bleibt aber in der Rezession

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Währungsunion hat im dritten Quartal dieses Jahres leicht beschleunigt zugelegt. Im Vergleich zum zweiten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent, für das zweite Quartal wurde die entsprechende Wachstumsrate leicht auf 0,1 Prozent nach oben revidiert.

Erfreulich ist, dass die Mehrheit der EWU-Länder in den Wachstumsbereich zurückgekehrt ist. Weniger erfreulich dagegen ist, dass die italienische Wirtschaftsleistung erneut leicht gesunken ist und Italien damit weiter in der Rezession feststeckt. Die vielgescholtene französische Wirtschaft legte dagegen ein Wachstumsplus von 0,3 Prozent hin, nachdem sie in den ersten beiden Quartalen kaum von der Stelle kam. Hier war es abermals der Staatskonsum, der die Entwicklung maßgeblich stützte. In Spanien und Portugal setzte sich der konjunkturelle Erholungsprozess weiter fort, wenn auch leicht schwächer als in den Vorquartalen.

Nach den etwas besseren Daten für das dritte Quartal ist für das laufende vierte Quartal aber kaum mit einer Beschleunigung des EWU-Wachstumstempos zu rechen. Von einem selbsttragenden und kräftigen Aufschwung ist die Währungsunion noch ein gutes Stück entfernt. Dies erklärt nicht zuletzt die expansiven Bemühungen der EZB und die Diskussion um eine flexiblere Handhabung des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Aber: Für den Euroraum als ganzes konnte bisher ein Rückfall in die Rezession vermieden werden, auch wenn das Wachstum nur knapp oberhalb der Null-Linie verläuft.

Für das vierte Quartal erwarten wir die Fortsetzung des schwachen Konjunkturverlaufs. Darauf deuten auch Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes oder das EU-Wirtschaftsvertrauen am aktuellen Rand hin. Nach mehreren Monaten der Stimmungseintrübungen sind die Sentiment-Indikatoren im Oktober zwar nicht weiter gesunken oder sogar wieder leicht gestiegen. Ihre aktuellen Niveaus lassen jedoch allenfalls ein Beibehalten des konjunkturellen Kriechgangs erwarten. Eine durchgreifende Erholung ist noch nicht in Sicht.

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