Stichwahl bei den rumänischen Präsidentschaftswahlen mit faustdicker Überraschung

Nachdem der amtierende Ministerpräsident Ponta Anfang November im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit verfehlt hat, musste er gestern in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der Christlich-Liberalen-Allianz Klaus Iohannis antreten. Die jüngsten Umfragen sahen in dem Regierungschef Victor Ponta den Favoriten, wobei sein Konkurrent Iohannis zuletzt aufholen konnte. Dass dieser jedoch der letzten Hochrechnung zufolge mit rund 55,8% der Stimmen die Wahl letztendlich gewinnen konnte, war dann doch überraschend. Klaus Iohannis tritt nun die Nachfolge von Traian Basescu an. Dieser durfte gemäß der Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren.

Iohannis hat angekündigt, ausländische Investoren anlocken und die Rechtsstaatlichkeit stärken zu wollen. Besonders der letzte Punkt könnte ihm zum Wahlsieg verholfen haben. So scheinen die Rumänen der diversen Korruptionsskandale der Regierung Ponta und der Vetternwirtschaft müde zu sein. Dem Deutschrumänen Klaus Iohannis werden in Rumänien hingegen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Disziplin zugeschrieben. Zudem hat er sich bereits in seiner Zeit als Bürgermeister von Hermannstadt erfolgreich dem Kampf gegen die Korruption verschrieben. Aus der maroden Kommune machte er zwischen dem Jahr 2000 und heute eine moderne und vergleichsweise wohlhabende Stadt und ließ damit bereits auf lokaler Ebene Worten Taten folgen.

Der rumänische Leu zeigte sich von diesem überraschenden Wahlergebnis unbeeindruckt. Seine stoische Ruhe kann zum einen darauf zurückgeführt werden, dass aktuellen Informationen zufolge Ministerpräsident Ponta weiter im Amt bleiben wird. Damit sollte sich an der eingeschlagenen politischen Marschrichtung zunächst wenig ändern. Zum anderen kann sich der Leu wie schon unter Basescu und Ponta darauf einstellen, dass es auch zwischen Iohannis und Ponta als Staats- und Ministerpräsident zu unschönen Auseinandersetzungen kommen könnte. Da die rumänische Landeswährung allerdings mit derartigen Streitereien bestens vertraut ist, dürfte sie auch diesen künftig vergleichsweise gelassen entgegensehen.

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