Befragung der Einkaufsmanager im November: Tristesse gewinnt Oberhand

Im Euro-Raum (EWU) hat sich die Stimmung in der Privatwirtschaft zur Mitte des vierten Quartals wieder eingetrübt. Der Composite Index aus Industrie und Dienstleistungsbereich sank von 52,1 Punkten im Oktober auf 51,4 Indexpunkte. Dies ergab die aktuelle Befragung der Einkaufsmanager großer Unternehmen. Es ist der niedrigste Wert seit Juli 2013. Dabei ging die Stimmung in der Industrie leicht um 0,2 Punkte zurück (aktuell 50,4). Der Index für den Dienstleistungssektor verlor dagegen fast einen Prozentpunkt und liegt nun bei 51,3 Punkten. Alle Indikatoren notieren zwar noch über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten, der Abstand wird aber geringer. Die neuerliche Stimmungseintrübung verdeutlicht, dass auch im vierten Quartal 2014 die konjunkturelle Entwicklung des Währungsgebiets schwach bleiben dürfte. Denn die Beschäftigungsabsichten in der Privatwirtschaft stagnieren, weil die Auftragslage nach Aussage der befragten Firmen leicht rückläufig ist. Ein Quartalswachstum von 0,2 Prozent, wie noch im dritten Quartal, wird vor diesem Hintergrund kaum zu erreichen sein.

Auch die deutschen Einkaufsmanager gaben sich im November erneut pessimistischer. Der Composite-Index sank deutlich von 53,9 auf 52,1 Indexpunkte. Er liegt damit zwar weiterhin im Expansionsbereich oberhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten, aber die Dynamik in der Privatwirtschaft lässt merklich nach. Der aktuelle Wert ist der niedrigste seit 16 Monaten. Maßgeblich für die Eintrübung ist nach Angabe der Einkaufsmanager mehrheitlich das Fehlen von Neuaufträgen. Der Index für den Industriebereich ging von 51,4 auf 50 Indexpunkte zurück. Der Dienstleistungsindex büßte 2,3 Punkte ein (aktuell: 52,1). Einziger Lichtblick in Deutschland bleibt einmal mehr der Arbeitsmarkt. Der Beschäftigungsaufbau in den Privatunternehmen wurde fortgesetzt, wenn auch in verminderten Tempo. Insgesamt geben die heutigen Daten kaum Hoffnung auf eine Beschleunigung des BIP-Wachstums im Schlussquartal 2014.

Die französischen Einkaufsmanagerindizes lagen auch im November merklich unter der Marke von 50 Punkten und deuten damit nach wie vor rückläufige Geschäfte an. Allerdings ist deren Zusammenhang zu Industrieproduktion und Wirtschaftswachstum zuletzt nicht besonders stark ausgeprägt gewesen – gerade vor dem Hintergrund des überraschend starken BIP-Wachstums von 0,3 % im dritten Quartal. Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex ist mit einem dünnen Plus von 0,2 Punkten auf 48,4 kaum von der Stelle gekommen. Bei den Sektorbefragungen fiel das Bild gemischt aus: Im verarbeitenden Gewerbe hat sich die Stimmungslage deutlich eingetrübt: auf 47,6 von 48,5. Dagegen zeigten sich die Dienstleister etwas optimistischer, sodass der Index auf 48,8 von 48,3 Punkten klettern konnte.

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