EWU-Inflationsrate sinkt im November weiter

Die Inflationsrate gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Euroraum ist im November nach vorläufigen Angaben auf 0,3 Prozent zurückgegangen. Im Oktober lag die Jahresrate bei 0,4 Prozent. Damit verbleibt die Inflationsrate nahe der Nulllinie.

Wieder einmal waren es die Energiepreise, die die Verbraucherpreisentwicklung gebremst haben (-2,5 Prozent J/J). Wesentlichen Anteil an den niedrigen Energiepreisen hat der Rohölpreis. In Euro gerechnet lag die Rohölpreisnotierung im November rund 21 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Das hinterlässt seine Spuren bei den Verbraucherpreisen. Zwar haben Energieprodukte am Warenkorb nur einen Anteil von rund 10 Prozent, doch bilden sie die volatilste Komponente.

Was die Verbraucher an der Zapfsäule und in der winterlichen Heizsaison erfreut, dürfte der EZB bei der Bekämpfung deflationärer Tendenzen weiterhin Kopfzerbrechen bereiten. Mit der Entscheidung der OPEC von gestern, die Fördermengen beim Rohöl nicht zu reduzieren, wird auch in den kommenden Monaten das reichliche Angebot an Öl kaum für steigende Ölpreise sorgen. Niedrige Energiepreise sind damit eigentlich vorprogrammiert.

Bei Nahrungsmitteln setzte sich dagegen die witterungsbedingte Preiserholung aus den letzten beiden Monaten fort (+0,5 Prozent J/J). Die Dienstleistungen verteuerten sich moderat (+1,1 Prozent J/J), die Preise sonstiger Industriegüter ohne Energie blieben unverändert (0,0 Prozent J/J). Die Kernrate, also die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, verharrte auf niedrigem Niveau von 0,7 Prozent. Im gesamten Jahresverlauf schwankte sie zwischen 0,7 und 1,0 Prozent, was die schwache Konsumnachfrage im Währungsgebiet und fehlende Preissetzungsmöglichkeiten der Unternehmen widerspiegelt. Die ebenfalls heute veröffentlichte Arbeitslosenquote in der EWU, die nun seit drei Monaten auf hohem Niveau von 11,5 Prozent verharrt, verdeutlicht zudem, dass von der Nachfrageseite kaum ein preistreibender Impuls zu erwarten ist

Schnellschätzungen aus den Mitgliedsländern liegen für Deutschland, Italien und Spanien vor und spiegeln weitestgehend den Rückgang der Inflation in der EWU wieder. In Spanien gaben die Verbraucherpreise wieder nach, der HVPI lag im November bei -0,5 Prozent nach -0,2 Prozent im Oktober. In Deutschland ging die Inflationsrate von 0,7 auf 0,5 Prozent zurück. Die italienische Inflationsrate blieb dagegen unverändert bei 0,2 Prozent.

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