Gold: Die Schweiz stimmt mit „Nein“

Über 77% der Schweizer lehnen die Gold-Initiative der SVP am Ende ab

In einer gegenwärtig wahrhaft turbulenten – sprich: hochvolatilen – Rohstoff-Zeit, haben die Schweizer Wähler mit ihrem eindeutigen „Nein“ zur Gold-Initiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) darauf verzichtet, einen weiteren Stein ins ohnehin aufgewühlte Rohstoff-Wasser zu werfen.

Ungeachtet der zwischenzeitlich eine Patt-Situation zwischen Befürwortern und Gegnern der „Rettet-unser-Gold-Initiative“ anzeigenden Meinungsumfragen wurde das Ansinnen der SVP, die Schweizerische Nationalbank (SNB) faktisch zu einer Verdreifachung der Schweizer Goldreserven zu verpflichten, mit einer überwältigenden Mehrheit von 77,3% abgelehnt.

Die vollständige Initiative über die das Schweizer Volk im Rahmen eines Referendums abzustimmen hatte, basierte auf insgesamt drei Eckpfeilern: Erstens sollte der Goldanteil an der SNB-Bilanzsumme bis zum Jahre 2019 von aktuell ~8% auf 20% gesteigert werden – was per Goldaufstockung, per Bilanzverkürzung oder einer Kombination aus beidem hätte bewerkstelligt werden können. Zweitens sollte der SNB dauerhaft untersagt werden, Gold jemals wieder zu verkaufen, was deren geldpolitische Beweglichkeit arg beschnitten hätte. Drittens sollten die derzeit noch zu großen Teilen im Ausland lagernden Goldreserven der Schweiz in die Alpenrepublik „heimgeholt“ werden.

Ein von uns bereits frühzeitig für sehr unwahrscheinlich erklärtes „Ja“ der Schweizer hätte die weltweite jährliche Goldnachfrage um 8-10% ansteigen lassen, was den Goldpreis mit Blick auf 2015 nach unserer überschlägigen Kalkulation um bis zu 15% verteuert hätte.

Nachdem der Goldpreis im (weiteren) Vorfeld des Referendums noch von 1.140 USD auf über 1.200 USD angezogen hatte, gab er bereits wenige Tage vor der eigentlichen Volksabstimmung auf ~1.170 USD nach. Gründe hierfür waren zum einen, dass die jüngsten Referendums-Umfragen ein immer klareres Bild eines Scheiterns der Gold-Initiative zeichneten. Zum anderen rauschte der Rohölpreis im Nachgang des letzten OPEC-Treffens (27.11.) noch weiter in die Tiefe, als sich das Förderkartell nicht auf eine – zur Preisstabilisierung notwendige – Kürzung ihrer Erzeugungsmengen einigen konnte. Hierdurch wurden die ohnehin geringen Inflationserwartungen noch weiter heruntergeschraubt.

Fazit: Wie von uns erwartet, ist die Schweizer Gold-Initiative mit Pauken und Trompeten gescheitert, wodurch dem Goldmarkt sein wichtigster Kurzfristtreiber verloren gegangen ist. Der fundamentale Datenkranz für Gold hat sich durch den Rohölpreissturz eher noch etwas weiter eingetrübt. Mit Blick auf das Jahresende 2015 antizipieren wir gleichwohl weiterhin einen Goldpreis von ~1.100 USD.

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