Ölpreis fällt ins Bodenlose – Rohstoffwährungen leiden mit

Nach der OPEC-Sitzung am Donnerstag hat sich die Hoffnung auf eine baldige Erholung des Ölpreises in Luft aufgelöst. Nachdem sich das Kartell gegen eine Kürzung der Fördermenge ausgesprochen hatte, bleibt der Ölpreis unter Druck. Brent notiert mit rund 68 USD/Barrel auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Währungen von bedeutenden Ölförderländern wie der Russische Rubel, die Norwegische Krone oder der Kanadische Dollar sind daraufhin unter verstärkten Abwertungsdruck geraten. Besonders hart hat es die russische Währung getroffen, die bereits unter den Sanktionen aufgrund der Ukraine-Krise zu leiden hat. EUR-RUB stieg in einer Woche um mehr als 15% und notiert mit aktuell rund 65 RUB auf einem neuen Allzeithoch.

Auf Sicht der kommenden sechs Monate, d.h. bis zur nächsten OPEC-Sitzung am 5. Juni 2015, scheint es jenseits  von möglichen geopolitisch bedingten Angebotsausfällen keine belastbaren Preistreiber für den Ölpreis zu geben. Erst ab dem zweiten Halbjahr 2015 erwarten unsere Kollegen vom Rohstoffresearch der DZ BANK einen leichten Anstieg des Brent-Rohölpreises auf 80 bis 85 USD/Barrel. Aus unserer Sicht wäre es aber voreilig, einzig und allein aus der Ölpreisentwicklung auf den weiteren Kurs aller Rohstoffwährungen zu spekulieren. Vielmehr offenbaren sich mit Blick auf die erwartete Konjunkturentwicklung und zukünftige Notenbankpolitik deutliche Unterschiede. Vor diesem Hintergrund ist vor allem beim Russischen Rubel von einer weiteren Abwertung gegenüber dem Euro auszugehen.

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