EZB liefert Vorlage für kurzfristiges Aktienengagement

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gestern bekannt gegeben, dass sie im ersten Quartal 2015 die Wirksamkeit der aktuellen geldpolitischen Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums überprüfen wird. Die Notenbank hatte vor kurzem mit dem Kauf von ABS-Papieren und Covered Bonds begonnen. Sollten die deflationären Risiken innerhalb Europas zunehmen, dürfte die Notenbank 2015 ein Anleiheankaufprogramm (QE) starten.

Die expansive Geldpolitik der weltweit führenden Notenbanken war das Hauptschmiermittel für die Rallye der Aktienmärkte während der vergangenen Jahre. Unterstützung durch im gleichen Maße steigende Unternehmensgewinne haben die Aktienkurse Europas nicht erfahren. Während wir weiterhin empfehlen, um den US-Aktienmarkt einen großen Bogen zu machen, insbesondere weil die Bewertung dort bereits enorm hoch ist und die US-Aktien 2015/16 mit zunehmend steigenden Rentenrenditen konkurrieren müssen, sind die Perspektiven für europäische Aktien besser. In Europa wird es noch eine Zeit dauern, bis die EZB die Zinsen anheben wird, kurzfristig wird sie zunächst sogar noch mal deutlich expansiver. Auch auf der fundamentalen Seite sind die Perspektiven für europäische Unternehmen nicht so schlecht, hier scheint zunächst eine solide Basis gefunden. Das Gewinnwachstum sollte 2015 operativ solide ausfallen, der Spielraum für Dividendenerhöhungen ist sicherlich vorhanden. Gerade weil Anleger den europäischen Aktienmärkten im kommenden Jahr nicht besonders viel zutrauen, könnte die Performance dieser zunächst überraschen, vor allem auch weil der abstürzende Rohölpreis und der schwache Euro Rückenwind liefern.

Auch wenn weiterhin unklar ist, inwieweit ein großes QE-Programm tatsächlich ein Erfolg werden wird, dürften die Aktienmärkte zunächst von der üblichen Fantasie, die solche Programme an den Kapitalmärkten versprechen, profitieren.

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