Fast 30 Prozent der deutschen Mittelständler von Ukraine-Krise betroffen

Der Optimismus der mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist fürs Erste verflogen. Die schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Frühjahr und der nur wenig besser verlaufende Sommer blieben nicht ohne negative Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand: Dessen Stimmung hat sich in den vergangenen sechs Monaten merklich eingetrübt. Darauf weisen die Ergebnisse der aktuellen Mittelstandsstudie von DZ BANK, BVR und WGZ BANK hin.

Der Ukraine-Konflikt und die Sanktionen gegen Russland bereiten auch den Mittelständlern Sorgen. Fast ein Viertel der im Rahmen unserer Studie befragten Unternehmen zeigt sich von den Auswirkungen der Ukraine Krise „etwas“ betroffen. Immerhin fast vier Prozent betrachten sich darüber hinaus sogar als „stark“ betroffen. Die exportorientierten Branchen befürchten Einbußen aus ihrem Geschäft mit Kunden aus Russland und der Ukraine. Außerdem sorgt das russische Importverbot für viele Lebensmittel für ein Überangebot an Nahrungsmitteln in Westeuropa, das auf die Preise drückt. Darunter leiden die Unternehmen der Agrarwirtschaft und des Ernährungsgewerbes.

Während die Bewertung der aktuellen Lage nur etwas schwächer als in der letzten Umfrage ausfiel, sind die Geschäftserwartungen im Mittelstand deutlich zurückgegangen. Nachdem sie im Frühjahr mit 42,7 Punkten noch ein Allzeithoch erklommen hatten, sanken sie im Herbst auf nur noch 14,4 Punkte. Damit sind die Erwartungen innerhalb eines halben Jahres von einem Rekordergebnis auf einen Wert deutlich unterhalb ihres langjährigen Durchschnitts gefallen. Dennoch planen die mittelständischen Unternehmen, ihre Beschäftigungsoffensive nur wenig eingeschränkt fortzusetzen. Dadurch wollen sie sich einerseits die wenigen verfügbaren Fachkräfte sichern. Andererseits signalisieren die Mittelständler damit aber auch, dass sie längerfristig vom Erfolg ihrer Betriebe überzeugt sind.

Die Investitionsneigung im Mittelstand ist im Herbst 2014 zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Dieses Ergebnis spiegelt die aktuelle Investitionsschwäche der deutschen Wirtschaft wider. Solange die Kapazitäten der Unternehmen noch nicht wieder besser ausgelastet sind, sehen viele Betriebe keine Notwendigkeit in eine Erweiterung ihres Maschinen- und Anlagenparks zu investieren. Sie konzentrieren sich eher auf Erhaltungsinvestitionen. Daran können auch die anhaltend niedrigen Zinsen vorerst wenig ändern. Immerhin planen aber weiterhin drei Viertel der Befragten, in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen zu investieren.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse unserer aktuellen VR Mittelstandsstudie, dass die mittelständischen Unternehmen in Deutschland zwar derzeit nur verhalten optimistisch in die nähere Zukunft blicken. Auf längere Sicht haben sie aber weiterhin positive Erwartungen an die eigene Geschäftsentwicklung.

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