Welche Themen werden die EM-Währungen 2015 bewegen?

Nachdem das Wohl und Wehe der Schwellenländerwährungen in diesem Jahr u.a. von geopolitischen Risiken und dem Agieren der nationalen Notenbanken abhängig war, wollen wir nun der Frage nachgehen, welche Faktoren 2015 das Geschehen der EM-Währungen prägen dürften. Wir gehen davon aus, dass die Impulse in erster Linie „von außen“ kommen werden. Hierbei ist zum einen die Entwicklung des Ölpreises zu nennen. Zum anderen dürften es aber auch die geldpolitischen Marschrichtungen von Fed und EZB sein, welche künftig verstärkt Auswirkungen auf den Verlauf der EM-Währungen haben sollten.

Wenden wir uns zunächst dem Ölpreis, sprich der allgemeinen Markterwartung eines zunächst weltweit weiter vergleichsweise niedrigen Ölpreises zu. Hier gilt: Des einen Freud, des anderen Leid. Angesichts der sich in der Türkei und in Südafrika seit Längerem hartnäckig haltenden hohen Inflationsraten, dürften niedrigere Energiepreise hier im ersten Halbjahr 2015 eine Entlastung bringen. Für die dortigen Zentralbanken könnte sich hieraus Spielraum für entsprechende geldpolitische Manöver im Umfeld schwieriger konjunktureller Aussichten ergeben. Ein Umstand, über den sich zumindest die Lira erfreut zeigen sollte. Anders sieht es hingegen in den osteuropäischen CE3-Staaten aus. Diese müssen sich zum Leidwesen von Zloty und Co. auf zunächst noch verschärfende Deflationsgefahren und damit verbunden, marktseitig auf neuerliche Leitzinssenkungserwartungen einstellen. Im zweiten Halbjahr sollte sich das Blatt allerdings zugunsten der CE3-Währungen wenden. So dürfte dann deutlich geworden sein, dass die derzeit bestehenden Konjunktur- und Deflationssorgen überzogen waren. Auf Jahressicht erwarten wir hier zudem erste Leitzinserhöhungserwartungen, welche im Umfeld einer weiter sehr expansiv ausgerichteten EZB den CE3-Währungen unter die Arme greifen sollten. Warm anziehen müssen sich unserer Ansicht nach im zweiten Halbjahr 2015 allerdings die großen EM-Währungen (Türkei und Südafrika). Hier sollte die anstehende US-Leitzinswende das dominierende Thema sein und die großen EM-Währungen unter Abgabedruck bringen.

 

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