Befragung der Einkaufsmanager im Dezember: Aussichten bleiben gedämpft

Im Euro-Raum hat sich die Stimmung in der Privatwirtschaft zum Ende des vierten Quartals 2014 leicht aufgehellt. Dies ergab die aktuelle Befragung der Einkaufsmanager großer Unternehmen. Der „Composite Index“ aus Industrie und Dienstleistungsbereich stieg von 51,1 Punkten im November auf 51,7 Indexpunkte. Dabei nahm die Stimmung in der Industrie leicht um 0,7 Punkte zu (aktuell 50,8). Der Index für den Dienstleistungssektor gewann 0,8 Prozentpunkte und liegt nun bei 51,9 Punkten. Alle Indikatoren beenden damit ein bewegtes Jahr 2014 über Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Allerdings bleibt der Abstand dazu gering. Vor diesem Hintergrund wird das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal kaum an den (ohnehin recht mageren) Zuwachs aus dem Vorquartal von 0,2 Prozent Q/Q anknüpfen können. Die Stimmung in den beiden größten Kernländern, Deutschland und Frankreich, stand im Dezember einer deutlicheren Aufhellung in der EWU entgegen. Während die deutschen Einkaufsmanager leicht pessimistischer waren, lässt die Zuversicht in Frankreich weiter zu Wünschen übrig.

Der Composite-Index in Deutschland sank leicht von 51,7 auf 51,4 Indexpunkte und liegt damit zwar weiterhin im Expansionsbereich oberhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Dynamik in der deutschen Privatwirtschaft lässt demnach aber weiter nach und befindet sich laut Markit aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit 18 Monaten. Maßgeblich für die Eintrübung ist nach Angabe der Einkaufsmanager mehrheitlich das Fehlen von Neuaufträgen. Die Auftragskomponente sank den zweiten Monat in Folge, was hauptsächlich auf den Dienstleistungsbereich zurückzuführen ist. Hier sank die Messzahl um 0,7 Punkte auf 51,4. Der Index für den Industriebereich nahm dagegen von 49,5 auf 51,2 Indexpunkte zu. Insgesamt machen die heutigen Daten kaum Hoffnung auf eine Beschleunigung des BIP-Wachstums im Schlussquartal 2014 (3. Quartal: +0,1%). Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung ist aber ebenfalls unwahrscheinlich.

Bei den französischen Einkaufsmanagerindizes gab es zum wiederholten Male eine gegenläufige Entwicklung der beiden Teilkomponenten. Der Teilindex für die Dienstleister kletterte auf ein Viermonatshoch von 49,8 Punkten und zeigt damit nur noch eine leichte Kontraktion an. Dagegen rutschte die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe auf ein Viermonatstief von 47,9 Punkten ab. Erfreulich stimmt, dass laut Markit das Neugeschäft im Privatsektor zum ersten Mal seit vier Monaten zulegen konnte. Mit dem gemischten Bild der französischen Umfrageergebnisse bleiben die Indikationen für das Schlussquartal 2014 unklar: Wir erwarten unter dem Strich ein leichtes Plus der Wirtschaftsleistung im Vorquartalsvergleich, aber sicherlich keine Beschleunigung.

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