Wieder gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt – Lohnentwicklung bleibt gedämpft

Der US-Arbeitsmarkt hat das kräftige Tempo beim Beschäftigungsaufbau bis zum Jahresende durchgehalten. Im Dezember stieg die Zahl der Beschäftigten um 252.000 Personen und die Arbeitslosenquote sank von 5,8 auf 5,6 Prozent. Insgesamt hatte im abgelaufenen Jahr die US-Wirtschaft beim Schaffen von neuen Arbeitsplätzen einen Gang hoch geschaltet: Monatlich stieg die Zahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt um 246.000 Personen, 2013 wurde lediglich ein monatlicher Anstieg von 194.000 Personen verzeichnet. Der Arbeitsmarkt liefert damit jetzt eine recht umfangreiche Erfolgsbilanz: Im Dezember war die Zahl der Beschäftigten um rund 2,8 Millionen höher als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenzahl ging auf Jahressicht um 16 Prozent zurück und fiel damit endlich wieder auf das Vorkrisenniveau vom Sommer 2008. Von der hohen Drehzahl am Arbeitsmarkt profitierten die Langzeitarbeitslosen 2014 überdurchschnittlich stark, hier wurde ein kräftiger Rückgang um fast 30 Prozent erreicht. Die im langjährigen Vergleich niedrige Partizipationsrate ist hingegen der Alterung der Bevölkerung geschuldet und wirft daher kaum einen Schatten auf die positive Entwicklung.

In den kommenden Monaten sollte sich die Erholung am US-Arbeitsmarkt fortsetzen, darauf deutet die gute Stimmung in der Industrie und bei den Dienstleistern hin. Im Herbst dürfte die Arbeitslosenquote nur noch bei fünf Prozent liegen und auch die meisten anderen Indikatoren sollten dann das Bild einer weit vorangeschrittenen Erholung vervollständigen. Bei den Löhnen und Gehältern hinterlässt die hohe Beschäftigungsdynamik hingegen kaum Spuren: Nach einem leichten Anstieg im November wurde zum Jahresende für die Stundenlöhne schon wieder ein Rückgang gegenüber dem Vormonat gemeldet. Von deutlich steigenden Löhnen ist bisher also wenig zu erkennen. Dies ist nicht überraschend, da die jüngste Erholung am Arbeitsmarkt zeitlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hinterher hinkt. In einigen Randbereichen ist die Lage daher immer noch etwas angespannt. So dürfte trotz des zuletzt deutlichen Aufholprozesses nicht nur die Zahl der Langzeitarbeitslosen erst in den kommenden Monaten wieder unter den langjährigen Durchschnitt sinken. Ähnlich sieht es bei den unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten aus, und gerade diese Beschäftigtengruppe begrenzt durch eine mögliche Ausweitung ihrer Arbeitszeit den Anstieg der Stundenlöhne. Diese Faktoren dürften vorerst einem Schub für die Inflation von der Lohnseite entgegenstehen. Die Entscheidung für die Oberen der Zentralbank über den weiteren Zeitplan der Geldpolitik ist durch die heutigen Nachrichten nicht leichter geworden – eine hohe Beschäftigungsdynamik wird weiter von einer gedämpften Lohnentwicklung begleitet.

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