Die Hauspreise in der Eurozone steigen wieder

Nach drei schwachen Jahren können die Hauspreise in der Eurozone wieder mit einem Preisanstieg aufwarten. Das zeigt der Wohnungspreisindex von Eurostat für das dritte Quartal 2014. Danach verteuerten sich die Preise für Wohnimmobilien im Währungsraum gegenüber der Vorjahresperiode um ein halbes Prozent. Vorher drückten vor allem die Preiskorrekturen an den Wohnungsmärkten in Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden und Spanien das durchschnittliche Preisniveau nach unten. Selbst der im Aufwind befindliche Immobilienmarkt des Eurozonen-Schwergewichts Deutschland konnte das nicht ausgleichen.

Der Kurswechsel ist vor allem auf eine gestoppte oder zumindest nachlassende Abwärtsdynamik in einigen Ländern zurückzuführen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Spanien. Nach sechs Jahren Preisrückgang um insgesamt mehr als 30 Prozent konnte sich der Wohnungsmarkt stabilisieren. Eurostat weist für das zweite und dritte Quartal sogar eine leicht positive Jahresveränderungsrate aus. Leicht steigende Preise melden auch die Niederlande, nachdem sie in den Vorjahren um gut 20 Prozent zurückgegangen waren. In Italien sinken die Preise zwar noch relativ kräftig mit knapp 4 Prozent im Jahr, das Tempo hat sich von zeitweise bis zu 6 Prozent Preisverfall aber spürbar abgebremst. Ähnlich – mit deutlich geringeren Raten – sieht es in Frankreich aus. Hier hat sich die Jahresveränderungsrate von minus zwei auf minus ein Prozent halbiert. Mit Abstand am stärksten ist die Trendwende in Irland ausgefallen. Binnen zwei Jahren hat das Vorzeichen der zweistelligen Jahresveränderungsrate gewechselt. Zuletzt lagen die Preise mit 15 Prozent im Plus. Der deutsche Beitrag zum Hauspreisindex ist weiterhin positiv, das Wachstumstempo hat allerdings etwas nachgelassen. Es ist von rund vier auf unter drei Prozent gesunken. Der letzte verfügbare Datenpunkt bezieht sich allerdings noch auf das erste Quartal 2014.

Bei einem auf die gesamte Europäische Union erweiterten Länderkreis fällt die Preisdynamik spürbar höher aus. Die EU-weite Jahresveränderungsrate des Eurostat-Hauspreisindex lag mit 2,3 Prozent im Plus. Das ist vor allem auf die Briten zurückzuführen. Hypothekenzinsen im Dauertief und eine im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgegangene Arbeitslosigkeit haben die Nachfrage kräftig angefacht: Der Preisanstieg beschleunigte sich im dritten Quartal auf fast 12 Prozent. Einen kräftigen Preisanstieg mit 10 Prozent steuert auch Schweden bei.

Die Erholung der Wohnungsmärkte in der Eurozone dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen. Dazu tragen die allmähliche wirtschaftliche Erholung und das anhaltend niedrige Zinsniveau bei. An letzterem dürfte sich mit dem gerade von der EZB beschlossenen 1,1 Billionen Euro schwerem Anleihe-Kaufprogramm bis ins kommende Jahr hinein wenig ändern. Damit sollte aber auch eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Preisblasen verbunden sein, damit sich lokale Übertreibungen wie etwa in einigen deutschen Großstädten nicht weiter ausbreiten.

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