EWU-Einkaufsmanagerindizes im Januar: Erfreulicher Jahresauftakt

Nach Ansicht der befragten Einkaufsmanager in der EWU hat sich die konjunkturelle Zuversicht zu Beginn des ersten Quartals 2015 leicht verbessert. Während die Aktivität in der privaten gewerblichen Wirtschaft im Euro-Raum und in Deutschland erneut zulegt, läuft aber die Entwicklung in Frankreich dem Rest der Währungsgemeinschaft weiterhin hinterher. Trotz Verbesserungen bei der Stimmungslage blieben die Einkaufsmanagerindizes dort leicht im Kontraktionsbereich.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 51,4 auf 52,2 Indexpunkte. Er liegt damit über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft signalisiert wird. Ein Zuwachs bei den Auftragseingängen führte zu einem moderaten Beschäftigungsaufbau. In der Folge nahm die Aktivität sowohl bei den Dienstleistern als auch im Industriebereich zu. Die stärksten Stimmungsverbesserungen waren aber nicht aus den beiden wirtschaftlichen Schwergewichten Deutschland und Frankreich zu verzeichnen, sondern sie kamen nach Angaben von Markit aus den restlichen Ländern der EWU.

In Deutschland stieg der Gesamtindex um 0,6 Punkte auf 52,6 Indexpunkte und markiert damit ein Drei-Monatshoch. Die deutsche Wirtschaft konnte auf der einen Seite Zuwächse bei den Auftragseingängen verzeichnen. Auf der anderen Seite sanken die Einkaufspreise durch die erneuten Preisrückgänge bei Öl und Energie so kräftig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Daher wurden auch die Verkaufspreise erneut reduziert. Der Arbeitsmarkt in Deutschland läuft weiter gut, denn die Beschäftigungskomponente verbesserte sich den 15. Monat in Folge. Während insgesamt die Stimmung bei den Dienstleistern zulegte, verzeichnete der Index für den Industriebereich einen leichten Rückgang. Beide Teilbereiche bewegen sich aber weiterhin oberhalb der Marke von 50 Indexpunkten. Damit dürfte Konjunkturentwicklung in Deutschland im ersten Quartal weiterhin aufwärtsgerichtet bleiben und das BIP moderat wachsen.

Das fast schon gewohnte Bild bei den französischen Einkaufsmanagerindizes hat sich auch zu Jahresbeginn gezeigt, mit gegenläufigen Entwicklungen bei Dienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe. Der Teilindex für das verarbeitende Gewerbe konnte kräftig um 2,0 Punkte auf 49,5 zulegen und damit ein Achtmonatshoch erklimmen. Ein Grund hierfür dürfte sicherlich der stark gefallene Ölpreis gewesen sein. Doch es gibt auch weiterhin Schwächesignale aus der Industrie, vor allem der stärkste Rückgang der Exportaufträge seit 19 Monaten.  Der Teilindex für die Dienstleister ist mit ebenfalls 49,5 Punkten im Januar wieder unter die kritische Marke von 50 Punkten zurückgefallen. Die Stimmungsaufhellung in der Industrie stützt allerdings unsere Erwartung, dass im ersten Quartal dieses Jahres die französische Wirtschaftsleistung moderat wachsen sollte.

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