DAX hoch bewertet, steigt aber bis Jahresende dank EZB auf 11.100 Punkte

Die Notenbanken geben auch 2015 den Takt an den Aktienbörsen vor. Nun hat die EZB das seit langem erwartete Staatsanleihenkaufprogramm beschlossen. Mit einem geplanten Ankaufsvolumen von 1,1 Billionen Euro hat die EZB die in den letzten Wochen geäußerten Markterwartungen dabei in etwa um den Faktor zwei übertroffen.

Die realwirtschaftlichen Effekte des EZB-Programms auf Wirtschaftswachstum und Inflation dürften sehr überschaubar ausfallen. Jedoch ist das Programm geeignet, den Aufschwung der Vermögenspreise weiter zu befeuern.

Es gibt aber indirekte Mechanismen, die positiv auf Unternehmen und Aktienmärkte wirken. Dazu gehören: 1. Der schwache Euro bessert die Exportaussichten und damit die Hoffnung auf höhere Unternehmensgewinne. 2. Die Anlagealternativen zu Aktien sinken rapide, weil die Notenbanken diese Stück für Stück vom Markt nehmen.

Diese Argumente dürften in den kommenden Monaten den Aktienmarkt weiter antreiben. Die Gefahr, dass nun spekulative Übertreibungen am Aktienmarkt entstehen, hat sich durch die jüngsten Maßnahmen jedoch weiter erhöht. In den USA ist der Fair-Value-Bereich für die Aktienbewertung schon seit längerem überschritten, in den kommenden Monaten und Jahren droht nun auch an den Aktienmärkten Europas eine Überhitzung.

Vor dem Hintergrund des fast doppelt so groß ausgefallenen QE-Programms der EZB und einer drohenden Überhitzung an den Aktienmärken rechnen wir nun damit, dass der DAX und der Euro Stoxx 50 im Jahresverlauf weiter ansteigen werden. Für den DAX erwarten wir einen Indexanstieg bis auf 10.800 Punkte zur Jahresmitte 2015 (Euro Stoxx 50: 3.500 Punkte) und einen weiteren Anstieg um 300 auf 11.100 Punkte (Euro Stoxx 50: 3.700 Punkte) bis zum Jahresende.

Der von uns prognostizierte Anstieg der Aktienmärkte steht auf sandigem Fundament, das im Wesentlichen aus dem Vertrauen in die Notenbanken besteht.

 

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