US-Wirtschaft im vierten Quartal mit gedrosseltem Tempo

Auch im Schlussquartal ist die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs geblieben, dies zeigen die heute veröffentlichten Zahlen. Nach zwei sehr starken Quartalen mit jeweils Wachstumsraten von rund fünf Prozent (annualisiert) wurde im vierten Quartal die Wirtschaftsleistung allerdings nur um 2,6 Prozent gesteigert. Verantwortlich für die Drosselung sind vor allen Dingen ein schwaches Wachstum bei den Investitionen und ein kräftiger Anstieg bei den Importen. Angetrieben wurde die wirtschaftliche Dynamik hingegen durch ein beschleunigtes Wachstum beim privaten Konsum, der mit einem Anstieg um 4,3 Prozent so stark zulegte wie zuletzt Anfang 2006. Trotz des langsameren Tempos entsprach die wirtschaftliche Dynamik im vierten Quartal der langjährigen Durchschnittsgeschwindigkeit, die zur Jahresmitte deutlich übertroffen worden war. Unterm Strich steht für das gesamte Jahr 2014 eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent, der wetterbedingte Einbruch zu Jahresbeginn hat seine negativen Spuren hinterlassen.

Wie geht es weiter mit der US-Konjunktur? Von dem starken Energiepreisrückgang gehen für die Vereinigten Staaten nicht nur positive Effekte aus, auch wenn die Ausgabenfreude der US-Konsumenten im Schlussquartal bereits erheblich beflügelt wurde. Die Sorge, dass die negativen Folgen für die Fracking-Branche auch angrenzende Wirtschaftsbereiche belasten könnten, scheint nicht ganz unberechtigt. Dennoch sind die Unternehmer recht optimistisch in das Neue Jahr gestartet, die Einkaufsmanagerbefragungen signalisieren weiterhin Expansion. Die Umfragen unter den privaten Verbrauchern haben im Januar vor allem durch den weiteren Rückgang der Energiepreise quasi einen Freudensprung gemacht, so dass die Konsumtätigkeit im laufenden Quartal nochmals gesteigert werden dürfte. Auch wenn die Investitionstätigkeit hinter dem Vorjahr zurückbleibt, ist die Inlandsnachfrage in den USA weiterhin quasi der alleinige Wachstumsträger. Durch die Reindustrialisierung konnte in den vergangenen Jahren zwar die Exportquote, also der Anteil der Ausfuhren am Bruttoinlandsprodukt, gesteigert werden. Dem gegenüber stehen allerdings die ebenfalls wieder erstarkten Einfuhren. Da darüber hinaus der kräftig aufgewertete Dollar die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie belastet, sollte der Nettoexport im laufenden Jahr auch wieder in den roten Zahlen liegen, also nur einen negativen Wachstumsbeitrag liefern. Insgesamt rechnen wir für die kommenden Quartale mit einer ähnlich hohen Konjunkturdynamik wie zum Jahresende 2014, so dass die US-Wirtschaft im laufenden Jahr um gut drei Prozent wachsen dürfte.

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