Hohe Dynamik am US-Arbeitsmarkt – Löhne profitieren

Die Erfolgsstory am US-Arbeitsmarkt setzt sich offensichtlich auch im laufenden Jahr fort, dies zeigt der heute veröffentlichte Monatsbericht für Januar. Nicht nur, dass die Zahl der Beschäftigten deutlich um fast 260.000 Personen gesteigert werden konnte, auch der Stellenaufbau in den vorangegangenen Monaten wurde nochmals nach oben revidiert. Für November steht jetzt sogar ein Stellenplus von mehr als 400.000 in der Statistik, eine ähnlich hohe Zahl wurde zuletzt im Mai 2010 verzeichnet. Durch die heute vorgelegten Daten kann damit schon fast von einem glamourösen Comeback des US-Arbeitsmarktes gesprochen werden, wäre da nicht der leichte Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,6 auf 5,7 Prozent. Aber selbst dieser Aspekt erscheint nur auf den ersten Blick als ein Makel. Denn letztendlich ist dies auf die Rückkehr von Arbeitssuchenden zurückzuführen, die zur Zeit der Krise entmutigt den Arbeitsmarkt verlassen hatten. Durch die hohe Bereitschaft der privaten Wirtschaft, die Zahl ihrer Beschäftigten zu erhöhen, konnte der US-Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn sogar einen recht deutlichen Anstieg des Angebotes an Arbeitskräften gut verkraften. Die Arbeitslosenquote stieg nur unmerklich an und die Zahl der Arbeitslosen blieb trotz einer Aufwärtsbewegung weiter unter der Neun-Millionen-Marke.

Ein weiteres Indiz für die Robustheit der Lage am Arbeitsmarkt ist die Tatsache, dass im öffentlichen Sektor die Zahl der Beschäftigten gesenkt wurde. Der Stellenaufbau der vergangenen Monate beruht nahezu vollständig auf der Dynamik in der privaten Wirtschaft und wird insgesamt von einer breiten Basis getragen. Der überragende Jobmotor war aber auch im Januar der Dienstleistungsbereich, da dort allein über 200.000 neue Stellen entstanden. Insgesamt ist der Anteil der Beschäftigten im Servicebereich in den letzten Jahren stetig angestiegen und liegt damit inzwischen bei knapp über 70 Prozent! Selbst wenn sich in den kommenden Monaten der Stellenaufbau im verarbeitenden Gewerbe verlangsamen sollte, worauf die schwache Entwicklung der Auftragseingänge hinweist, dürfte dies die Beschäftigungsdynamik in den Vereinigten Staaten nicht abwürgen.

Der erneut sehr positive Arbeitsmarktbericht liefert neben den deutlich gesunkenen Energiepreisen noch eine weitere Erklärung für den Freudensprung beim Verbraucherklima zu Jahresbeginn: Die Löhne pro Arbeitsstunde stiegen um 12 Cent, auf Jahressicht bedeutet das eine Steigerung um 2,2 Prozent. Dies ist ein wichtiger Punkt, der dazu beiträgt, dass der jüngste Report zum Arbeitsmarkt die Spekulationen über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung durch die amerikanische Zentralbank wieder kräftig angeheizt hat. Je länger der Jobmotor mit hoher Drehzahl weiter fährt, umso mehr steigt nach unserer Einschätzung die Gefahr, dass der Lohndruck plötzlich deutlich anzieht.

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