Auch DAX-Kursindex erreicht neues Hoch – „Grexit“ eine Gefahr

In dieser Woche ist der DAX Kursindex über sein bisheriges Hoch aus dem Jahr 2007 bei 5.600 Punkten gestiegen. Im Gegensatz zum DAX Performanceindex (dem DAX, der bei rund 11.000 Punkten steht), welcher in seiner Eigenschaft als „Total Return“-Index die ausgeschütteten Dividenden automatisch wieder in neue Aktien reinvestiert, hat der DAX Kursindex wesentlich länger gebraucht, um das bisherige Hoch zu überschreiten. Aus der Tatsache, dass der „echte“ DAX heute genau doppelt so hoch notiert wie sein Pendant ohne reinvestierte Dividenden, lässt sich die Bedeutung der jährlichen Ausschüttung für den langfristigen Anlageerfolg ablesen. Beide Indizes sind 1988 bei 1.000 Punkten gestartet!

Für Aktionäre waren die letzten Anlagejahre profitabel. Investoren, die lange dabei sind, sollten auch weiterhin am Aktienmarkt investiert bleiben. Die EZB dürfte mit den jüngst verkündeten Maßnahmen einen Grundstein für weitere Kursgewinne an den Assetmärkten gelegt haben. Zudem sollte sich die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr erneut verbessern, wovon auch die deutschen Unternehmen profitieren sollten.
Zunehmend besorgniserregend wird allerdings die hohe Bewertung der Aktienmärkte. Diese liegt, relativ gesehen, zwar deutlich tiefer als die Bewertung der Anleihenmärkte, im Vergleich mit der eigenen Historie jedoch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, nimmt man Größen wie z.B. das Kurs-Buchwert-Verhältnis zur Hand. Weil es zunehmend unwahrscheinlich wird, dass die Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen stärker ansteigen werden als jüngst die Aktienkurse, dürfte sich die Bewertung in naher Zukunft sogar weiter ausweiten. Anleger, die neu in den Aktienmarkt einsteigen wollen, sollten sich daher zunächst mit Käufen zurückhalten.

Die Quartalsausweise der Unternehmen spielen an der Börse angesichts der politischen Themen momentan eine untergeordnete Rolle. Es sind die politischen und geldpolitischen Themen, die Anleger in den kommenden Wochen im Auge behalten müssen. Mittelfristig zählen dann wieder die Fundamentaldaten und die müssen bei den Unternehmen zukünftig wieder besser ausfallen, um das hohe Kursniveau an den Aktienmärkten zu rechtfertigen. Ansonsten drohen Enttäuschungen.

Einen Crash des DAX im Falle eines „Grexit“ erwarten wir nicht, insbesondere weil ein Austritt der Griechen keine Überraschung mehr für die Börsen wäre. Allerdings dürfte ein Austritt kurzfristig zu Verwerfungen führen, auch der DAX würde dann leiden und könnte in den Bereich von rund 9.600 Punkten fallen. So eine Korrektur wäre kein Drama, sondern lediglich eine Rückkehr zur 200-Tage-Linie und eine Gelegenheit für Käufe.

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