Q4 im Euro-Raum: Deutschland und Spanien als Wachstumsmotor

Das Wachstumsbild im Euro-Raum zum Jahresende blieb uneinheitlich. Mit Deutschland an der Spitze und mit reichlich Tempo aus Spanien ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal ein gutes Stück vorangekommen (+0,3 Prozent Q/Q). In den übrigen Euroländern – vor allem Frankreich und Italien – wurde hingegen weiter auf Sparflamme gekocht. Immerhin hat Italien den Bereich der roten Zahlen wieder verlassen, auch wenn hier nur ein Stillstand erreicht werden konnte.

Erfreulich an den heute veröffentlichten Zahlen ist, dass das kräftige Wachstum in Deutschland und Spanien vor allem vom privaten Konsum und den Investitionen getragen wurde. Dies ist im Wesentlichen auch der Unterschied zu der weiterhin schwachen Dynamik in den meisten anderen Euroländern, wo das Wachstum nahezu stagniert.

Eine Ausnahme bilden die Niederlande und Portugal, die trotz ihres Konsolidierungskurses ebenfalls ihre Wirtschaftsleistung steigern konnten. Dabei dürften sie jeweils von der Stärke ihrer Nachbarländer profitiert haben.

Für das Jahr 2015 deuten sich bei allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen der Währungsraum zu kämpfen hat, zwei stützende Elemente an, die der Konjunktur einen zusätzlichen Schub geben dürften. Die im Vergleich zum Vorjahr inzwischen deutlich gesunkene Notierung des Rohölpreises führt zu Einsparungen bei den Verbrauchern und Kostenentlastungen bei den Unternehmen. Niedrigere Energiepreise dürften daher den privaten Verbrauch stärker anschieben. Auch die Unternehmensinvestitionen dürften leicht davon profitieren. Zusätzlich sollte der Exportsektor des Währungsgebiets durch den Rückgang des Wechselkurses des Euro zum US-Dollar und zu anderen Währungen eine Stützung erfahren. Zusammengenommen dürfte das BIP der EWU daher mit 1,3 Prozent stärker zulegen als noch 2014. Konjunkturelle Auswirkungen der jüngst vorgestellten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen über den Zinskanal bleiben nach unserer Sicht im laufenden Jahr begrenzt.

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