US-Kapitalflussdaten im Dezember

Zu der Vielzahl der US-Daten, die in dieser Woche anstehen, gehören auch die Kapitalflussdaten für Dezember. Geprägt war der Dezember von QE-Spekulationen um die EZB sowie den sich global überschlagenden Deflationsängsten im Zuge des kollabierenden Ölpreises. Dass der Dollar nicht nur zum Euro, sondern auch auf handelsgewichteter Basis deutlich zugelegt hat, ist kein Geheimnis. Doch welche Implikationen hat diese Konstellation für den Zufluss ausländischen Investorenkapitals? Angesichts der globalen Vorgaben im Dezember dürften die USA sich als Magnet für internationales Kapital angeboten haben. Die Aussicht auf das fulminante US-Wachstum und stabile, wenn nicht sogar steigende US-Leitzinsen im Vergleich mit den sich andernorts abzeichnenden kompetitiven Zinssenkungen sprechen so eindeutig für den Dollar, dass Einwände an dieser Stelle wie die Suche nach dem sprichwörtlichen Haar in der Suppe wirken. Besonderes Augenmerk werden wir aber sehr wohl auf das Verhalten offizieller Investoren (sprich Zentralbanken) werfen, deren Anlagemotive am US-Finanzmarkt andere als die zuvor genannten sind. Während private Investoren den aufwertenden US-Dollar oder vielmehr die Erwartung einer weiteren Aufwertung als Grund für ihren Einstieg am US-Finanzmarkt gesehen haben sollten, dürfte genau dies für ausländische Zentralbanken Anlass gewesen sein, US-Treasuries zu verkaufen, um ihre eigene Währung vor einer übermäßigen Abwertung zu bewahren.

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