Abwertungsbestrebungen einiger Notenbanken noch lange kein Währungskrieg

Glaubt man Pressemeldungen der letzten Wochen, steht die Welt an der Schwelle zu einem globalen Währungskrieg. Zur Begründung werden dabei zumeist die expansiven geldpolitischen Ausrichtungen der Europäischen Zentralbank, der Bank of Japan sowie der Notenbanken aus Australien und der Schweiz genannt. Deren Währungshüter wünschen sich mehr oder weniger offen eine schwächere Bewertung ihrer Währungen. Ganz so einfach ist die Gemengelage jedoch nicht. So machen vier weltweit bedeutende Notenbanken noch keinen globalen Währungskrieg.

Zudem zeigt sich, dass unter Berücksichtigung der Bewertungsniveaus, der erwarteten Wechselkursentwicklung sowie der fundamentalen Rahmenbedingungen diejenigen Länder, deren Währungen derzeit bereits stark sind und tendenziell weiter aufwerten sollten, sehr erfreuliche Wachstumsaussichten für 2015 und 2016 aufweisen. Der Anreiz für diese Notenbanken, ihre Währungen aktiv zu schwächen, ist daher recht begrenzt. Hinzu kommt, dass der vielerorts propagierte, weltweite Abwertungswettlauf ohne den Einstieg der US-amerikanischen Notenbank eher einem Sturm im Wasserglas denn einem echten Währungskrieg gleicht. Und in den USA zeigen sich sowohl Regierungsvertreter als auch die Fed weiterhin insgesamt gelassen, was die Entwicklung an den Devisenmärkten angeht. Im Rahmen der jüngsten FOMC-Sitzung hoben die Gremiumsmitglieder sogar hervor, dass die expansiven Maßnahmen ausländischer Zentralbanken die Risiken für den US-Wachstumsausblick reduziert hätten. Eine Kriegserklärung ist dies wahrlich nicht.

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