EWU-Einkaufsmanager im Februar: Dienstleister in bester Stimmung

Die Zuversicht der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im Februar weiter aufgehellt. In den beiden großen Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich zeigten sich gleichermaßen Stimmungsverbesserungen. Insgesamt war dies aber auf den Dienstleistungsbereich zurückzuführen, während die Industrie nicht richtig von der Stelle kam. Dennoch deuten die Daten von heute auf eine Fortsetzung des moderaten Konjunkturaufschwungs an.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 52,6 auf 53,2 Indexpunkte. Er liegt damit über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft signalisiert wird. Ein Zuwachs bei den Neubestellungen führte zu einem Anstieg der Auftragsbestände und in der Folge zu einem verstärkten Beschäftigungsaufbau. Die Stimmungsverbesserung in der EWU geht zu großen Teilen auf den Dienstleistungssektor zurück, in der Industrie wurde nur ein kleines Plus verzeichnet. Ein Grund für den starken Schub bei den Dienstleitern waren die niedrigeren Benzinpreise, die gerade in konsumnahen Bereichen für mehr Wachstum gesorgt haben.

In Deutschland stieg der Gesamtindex um 0,8 Punkte auf 54,3 Indexpunkte und markiert damit den höchsten Wert seit sieben Monaten. Im Dienstleistungsbereich liefen die Geschäfte deutlich besser als im Vormonat. Der Index steht bei 55,5 nach 53,5 im Vormonat. Der Index für den Industriebereich blieb dagegen unverändert. Trotz höherer Auftragseingänge aus dem Exportbereich kam die Produktion nicht in Fahrt. Maßgeblich für das Auftragsplus insgesamt war wohl auch der niedrigere Außenwert des Euro. Der Arbeitsmarkt in Deutschland läuft weiter gut, denn die Beschäftigungskomponente verbesserte sich wegen der guten Auftragslage den 16. Monat in Folge. Insgesamt untermauern die Stimmungsdaten der Einkaufsmanager in Deutschland die gute konjunkturelle Lage.

Auch die Stimmung in der französischen Privatwirtschaft, gemessen am Composite Index hat sich im Februar merklich aufgehellt. Der Index stieg von 49,3 auf 52,5 Indexpunkte und überschritt damit die Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkte das erste Mal seit August 2011. Eigentlich sehr erfreulich. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Der Stimmungsanstieg in Frankreich ist allein auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen, der einen deutlichen Sprung nach oben machte. Sorgenkind bleibt die französische Industrie. Hier sackte der Index wieder ab, maßgeblich wegen erneut rückläufiger Exportaufträge. Im Gegensatz zum Rest der EWU kann die französische Wirtschaft nicht von steigenden Neuaufträgen profitieren.

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