Spekulativer Markt schreckt vor aggressivem Positionsneuaufbau zurück

Zu den wenigen verfügbaren Daten über die Positionierung des spekulativen Teils des Devisenmarktes zählen die wöchentlichen IMM-Daten der CFTC. Diese weisen derzeit eine recht ausgereizte Positionierung bei praktisch allen Währungen auf, besonders ausgeprägt ist sie beim US-Dollar und beim Euro. Der Short-Überhang im Euro liegt aktuell bei 185.582 Kontrakten und damit in der Nähe des Rekordhochs vom Juni 2012 (214.418 Kontrakte), dem Höhepunkt der letzten Grexit-Spekulationen. Auch bei den anderen Währungspaaren dominiert eine mehr oder weniger ausgeprägte Short-Positionierung zum Dollar. Der aggregierte Wert aller USD-Long Positionen (vs. EUR, JPY, GBP, CAD, AUD, CHF) hatte im November 2014 ein neues Allzeithoch erreicht und bewegt sich seitdem in dessen Nähe. Auffällig ist, dass trotz der jüngsten Entwicklungen um Griechenland und EZB keine Bereitschaft zu erkennen ist, die bestehenden Engagements gegen den Euro bzw. zugunsten des US-Dollars nennenswert aufzustocken. Es wirkt fast so, als sei hier eine natürliche Sättigungsgrenze erreicht, auf die „normalen“ Negativimpulse von EZB und aus Griechenland wird derzeit kaum noch reagiert. Die geldpolitischen Wenden in Kanada und Australien haben die zugehörige Positionierung ebenfalls auf extreme Short-Niveaus gebracht, wenn auch nicht so ausgereizt wie im Euro. Bemerkenswerte Ausnahme ist der Yen, der mangels neuer BoJ-Aktivität derzeit die geringste Short-Positionierung seit Ende 2012 aufweist.

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