Britische Unterhauswahlen: Risiko für das Pfund

Am 7. Mai wird Großbritannien zu den Urnen schreiten und selten in der Geschichte des Landes war der Ausgang einer Wahl so unvorhersehbar wie dieses Mal. Das britische Wahlsystem („First-past-the-post“) hatte seit dem 2. Weltkrieg lange Zeit für sehr stabile politische Verhältnisse gesorgt. Schon Monate vor der Wahl war normalerweise klar, wer der Gewinner sein würde. Überraschungen (wie die Wahl von Edward Heath in den 1970‘ern oder die Wiederwahl von John Major 1992) waren die Ausnahme. Neu ist auch die Tatsache, dass die Briten zum ersten Mal in ihrer Nachkriegsgeschichte sehenden Auges auf eine Koalitionsregierung zusteuern (die derzeitige Koalitionsregierung kam für die meisten Wähler eher überraschend).

Laut jüngsten Umfragen scheint Labour sich zwar einen kleinen Vorsprung vor den Konservativen erarbeitet zu haben (zumindest was die Sitzverteilung betrifft), für eine Mehrheit reicht es aber noch lange nicht. Hierfür würde eine Partei 326 Sitze benötigen, derzeit käme Labour aber nur auf 282 Sitze. In der Annahme, dass Ed Miliband keine Minderheitenregierung anstrebt, müsste er sich die verbleibenden Sitze unter den kleineren Parteien zusammensuchen. Keine leichte Aufgabe, in Anbetracht der Tatsache, dass die SNP (Scottisch National Party) derzeit auf knapp 30 Sitze kommen würde, die Liberal Democrats auf 25, die Grünen und UKIP auf jeweils 6. Im schlimmsten Fall, könnte ein so-genanntes „hung parliament“ sogar in Neuwahlen resultieren. Für das Pfund, das in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewinnen konnte, stellen die Wahlen daher ein signifikantes Risiko dar, zumal die jüngste Ralley auch aus fundamentalen Gesichtspunkten auf wackligen Füßen steht.

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