EWU-Inflationsrate: Kehrtwende im Februar?

Die Inflationsrate (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) im Euroraum ist im Februar nicht tiefer in den negativen Bereich abgesunken. Zwar nehmen über den gesamten Euro-Raum die Verbraucherpreise auf Jahresbasis mit einer Rate von -0,3 Prozent weiter ab. Das Ausmaß des Preisrückgangs fiel aber geringer aus als noch im Januar, als die Rate -0,6 Prozent betrug.

Der massive Rückgang des Ölpreises über die letzten Monate hat im Januar sein vorläufiges Ende gefunden, der Ölpreis hat sich im Februar etwas erholt. Nach rund 48 US-Dollar im Januar ist der Preis für ein Barrel Brent-Öl im abgelaufenen Monat auf durchschnittlich knapp 58 US-Dollar angestiegen. Dennoch verbleibt im Vorjahresvergleich noch immer ein deutlicher Rückgang, denn im Februar 2014 kostete Brent noch mehr als 108 US-Dollar. Daher verbilligten sich die Preise für Energiegüter im Februar gegenüber dem Vorjahresniveau um -7,9 Prozent. Bei den industriellen Gütern ohne Energie belief sich der Preisrückgang auf -0,2 Prozent. In den Untergruppen Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sowie bei den Dienstleistungen wurden dagegen Preisanstiege von 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent verzeichnet. Die Kernrate blieb unverändert bei 0,6 Prozent im positiven Bereich.

Am Freitag hatten schon Schnellschätzungen zur Inflationsentwicklung für Deutschland, Italien und Spanien eine Entspannung signalisiert. Deutschland und Spanien wiesen zwar noch immer eine negative Inflationsrate auf, die Verbraucherpreise fallen dort aber in vermindertem Tempo. In Italien sprang die Inflationsrate sogar mit +0,1 Prozent in den positiven Bereich.

Ist damit die Kehrtwende geschafft? Zwei Aspekte sprechen dafür. Wenn auf der einen Seite die Notierung für Brent-Öl in den kommenden Monaten nicht weiter sinkt und im weiteren Jahresverlauf wieder moderat zulegen sollte, dann nehmen die preissenkenden Belastungen im Energiebereich weiter ab. Zudem dürfte ein schwächerer Außenwert des Euro sonstige Importgüter verteuern und die Verbraucherpreise tendenziell anschieben. Auf der anderen Seite sind Zweitrundeneffekte der niedrigen Inflationsrate aus den letzten Monaten nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund dürfte in den kommenden Monaten die Inflationsrate des Währungsgebiets weiter nahe der Null-Prozent-Grenze schwanken, mit negativen Inflationsraten bis etwa zur Jahresmitte. Erst danach dürfte die Inflationsrate wieder merklich ansteigen.

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