Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe …

Diese Worte von Wilhelm Busch fallen mir spontan ein, wenn ich mir die aktuellen Geschehnisse an den europäischen Finanzmärkten betrachte. Die EZB und die nationalen Zentralbanken treten als ultimative Käufer von europäischen Staatsanleihen auf. Die Folge ist ein rasanter Rückgang der Renditen und eine bemerkenswert schnelle Abwertung des Euro. Der Ausgleich dieser einmaligen Entwicklung sind die europäischen Aktienmärkte. Diese steigen wiederum mit atemberaubender Geschwindigkeit und lösen sich nun doch deutlich von fundamentalen Bewertungsmaßen.

All diese Entwicklungen finden am Tag 3 des EZB Staatsanleihen Aufkaufprogrammes statt. Die EZB ist also erst am Anfang und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, denn es ist bislang nicht geplant, dass sich das Volumen des QE-Programmes ändern soll. Zusätzlich kommt hinzu, dass die Liquidität an den europäischen Anleihemärkten wohl stetig abnimmt, da die Anleihen, die die EZB kauft, vom Markt genommen werden und auch nicht mehr zurückkommen. Damit dürfte der Effekt des QE-Programms noch zunehmen. Anders ausgedrückt, aus meiner Sicht waren die europäischen Finanzmärkte einen solchen Stress noch nicht ausgesetzt.

Ist eine solche Entwicklung als Gesund zu bezeichnen? Sicherlich nicht. Die Bewertungen der Märkte im Euroraum laufen in Richtung einer irrationalen Überbewertung oder sind teilweise auch schon angekommen. Wie kann diese Übertreibung anhalten? Dies hängt eigentlich nur von der EZB ab. Falls die EZB – aus welchen Gründen auch immer – ihr Verhalten ändern sollte, kann sehr schnell wieder ein rationales Handeln der Investoren und der Märkte einsetzten. Mit den dann üblichen Nachwehen.

 

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