Irrationale Übertreibung nun auch beim DAX

Im Sommer 2014 hatten wir in Bezug auf den US-Aktienmarkt ein neues „irrationale Übertreibung“-Szenario befürchtet. In diesem droht mittelfristig eine Blasenbildung am US-Aktienmarkt wie zuletzt im Rahmen der „Dotcom“-Blase bis März 2000. Inzwischen ist es an der Zeit, dieses Szenario auch auf die Aktienmärkte Europas auszuweiten. Auslöser dafür ist das jüngst begonnene QE-Programm der EZB, mit dem die Währungshüter massiv in die Assetmärkte eingreifen.

Dank des fließenden Übergangs von einem globalen ZIRP (zero rate interest rate policy)-Umfeld in eine NIRP (negative rate interest rate policy)-Welt erleben Sachwerte wie Immobilien und Aktien derzeit einen neuen Nachfrageschub, der sich speziell beim DAX in diesem Jahr nochmals erheblich beschleunigt hat.

Die Kursrallye am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund. Die Bewertungen der Märkte im Euroraum haben sich von den zugrundeliegenden Fundamentaldaten gelöst und laufen nun in Richtung einer neuen spekulativen Übertreibung. Wie weit diese Übertreibung gehen kann, hängt im Wesentlichen von der EZB ab. Wenn dadurch nicht Investierte Anleger in den Markt getrieben werden, spricht man von einem „Squeeze“. Ein Extrembeispiel dafür ist der kometenhafte Anstieg der VW-Aktie im Jahr 2008.

Die EZB hat ihr Aufkaufprogramm allerdings gerade erst begonnen und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sich die jüngste Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt fortsetzen wird, wenngleich es zwischenzeitlich auch immer zu neuen Rückschlägen kommen kann. Der DAX dürfte daher per Jahresende über unserem aktuell errechneten fairen Wert von 11.100 Punkten notieren, wir halten nun 12.500 Punkte (Euro Stoxx 50: 4.000 Punkte) für wahrscheinlich. Damit wäre der DAX mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,7 bewertet, ähnlich hoch wie im Sommer 2007, vor der letzten Rezession. Sollte das positive Umfeld der letzten Tage jedoch anhalten, sind kurzfristig auch deutlich höhere Kurswerte möglich.

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Ein Kommentar

Tja, seit 3 Jahren warte ich schon auf den grossen Crash, aber der Markt kann laenger irrational sein, als viele Geduld haben…oder so aehnlich.

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