Werden die CE3-Währungen flügge?

Betrachtet man die Entwicklung der CE3-Währungen (Zloty, Forint, tschech. Krone) gegenüber dem Euro, fällt auf, dass diese seit Anfang 2015 neue Wege gehen. Nachdem Euro-Dollar und Euro-CE3 (d.h. Euro ggü. den einzelnen CE3-Währungen) in den letzten Jahren über weite Strecken hoch negativ korreliert waren, hat sich die Korrelation in den ersten Monaten dieses Jahres gedreht und liegt nun, je nach Währungspaar, zwischen +0,82 und +0,84. Der Bruch der jahrelang gültigen Korrelation fällt mit dem erneuten Ausbruch der Griechenlandkrise zusammen.

Man könnte nun annehmen, dass die wiederaufgekommenen Sorgen um die Zukunft der Eurozone derart schwer wiegen, dass die Währungspaare in den Krisenmodus eingeschwenkt sind. An Charme verliert diese Krisentheorie allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit, genauer gesagt mit einem Blick auf vergangene schwerwiegende Finanzmarktkrisen (Zusammenbruch der Investmentbank Lehman im September 2008, Griechenlandkrise im ersten Halbjahr 2010). So konnte doch selbst in der Zeit nach dem Zusammenbruch von Lehman und der anschließenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise weiterhin eine negative Korrelation zwischen Euro-Dollar und Euro-CE3 beobachtet werden. Kritiker mögen an dieser Stelle einwenden, dass es sich bei der Lehman-Pleite und der anschließenden Finanzmarktkrise um eine dollargetriebene und nicht um eine eurogetriebene und damit für die CE3-Währungen weniger relevante Krise gehandelt hat. Doch selbst nach dem Ausbruch der europäischen Staatsschuldenkrise im ersten Halbjahr 2010 blieben Zloty und Co. ihrem traditionellen Verhaltensmuster gegenüber dem Euro treu.

Wenngleich die CE3-Staaten durchaus noch Hausaufgaben zu erledigen haben, stehen sie im Vergleich zur Eurozone fundamental und strukturell gut da. Neben dem soliden Wirtschaftswachstum und der vergleichsweise soliden Haushaltslage ist auch ihre geldpolitische Marschrichtung als Pluspunkt hervorzuheben. Daher gestehen wir den CE3-Währungen 2015 das Potenzial zu, verstärkt alte Strukturen aufzubrechen und zunehmend neue Wege einzuschlagen.

 

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