Fed steht vor Leitzinsanhebung

In den Vereinigten Staaten verdichten sich die Anzeichen für eine neue geldpolitische Weichenstellung. So scheint der Termin für eine erste neuerliche Leitzinserhöhung nach fast sieben Jahren Nullzinspolitik näherzurücken. Das gestrige Kommuniqué zur Sitzung des geldpolitischen Rates FOMC hat hierzu einen entscheidenden Hinweis gegeben. Hier ist der Passus gestrichen worden, die US-Geldpolitik könne „geduldig“ sein. Ende Februar hat US-Notenbankchefin Yellen vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses zu verstehen gegeben, dass die Fed vor einer ersten Zinsanhebung das Wort „geduldig“ aus ihren Erklärungen streichen werde. Daher ist der gestrige Schritt nun als eindeutiges Signal zu werten, dass die Zinszügel noch in diesem Jahr angezogen werden.

Die US-Geldmarktsätze haben deutlich reagiert. Die durch die Fed Funds Futures implizierten Wahrscheinlichkeiten für Leitzinsanpassungen sind für die Sitzungen ab Oktober deutlich angestiegen und für die Termine davor zurückgegangen. Dies drückt aus, dass am Markt der erste Zinsschritt für Oktober als wahrscheinlich gilt. Die Fed dürfte die anstehende Kursänderung aber nicht mit voller Wucht einleiten. Nach sieben Jahren Nullzinspolitik erwarten wir, dass die einzelnen Zinsschritte maßvoll (alle drei bis sechs Monate) und in bedachten Schritten (0,25%) erfolgen werden. Eine echte Rosskur sollte dem Markt damit erspart bleiben.

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