Einkaufsmanagerindizes im März: Frühjahrsbelebung in der EWU

Die Zuversicht der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im März weiter aufgehellt. Gerade die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich deutlich optimistischer, in Frankreich bleibt die Industrie dagegen weiter zurück und verhindert eine stärkere konjunkturelle Dynamik. In den anderen Ländern des Euro-Raums verbesserte sich die Stimmung sogar so stark wie seit Juli 2014 nicht mehr.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus den beiden Teilbereichen Industrie und Dienstleistungen, stieg von 53,3 auf 54,1 Indexpunkte – der höchste Wert seit 46 Monaten. Maßgeblicher Treiber war der Auftragseingang, der das höchste Niveau seit knapp vier Jahren verzeichnet, aber auch die Beschäftigungskomponente legte deutlich zu. Insgesamt deuten die heutigen Daten auf ein solides BIP-Wachstum im ersten Quartal hin. Dennoch ist eine gewisse Vorsicht geboten, denn gerade im letzten Jahr haben die Signale der Einkaufsmanagerindizes die BIP-Entwicklung lange überzeichnet. Daher sollte man bei aller Freude die positiven Daten von heute mit einer gewissen Zurückhaltung interpretieren. Die realen Produktionsdaten, die bislang nur bis zum Januar vorliegen, müssen erst noch zeigen, dass die Stimmung der Einkaufsmanager dieses Mal nicht zu optimistisch ist.

In Deutschland stieg der Gesamtindex um 1,5 auf 53,8 Indexpunkte und markiert damit den höchsten Wert seit acht Monaten. Vor allem im Dienstleistungsbereich liefen die Geschäfte deutlich besser als im Vormonat. Der Index steht bei 55,3 nach 54,7 im Vormonat. Auch die Messzahl für den Industriebereich legt um 1,3 Punkte zu und steht bei 52,4 Zählern. Stärkere Neuaufträge aus dem In- und Ausland und eine Ausweitung der Investitionstätigkeit waren im März die maßgeblichen Triebkräfte. Der Beschäftigungsausbau schwächte sich zwar etwas ab, lag aber im Durchschnittsbereich der letzten 16 Monate. Das deutliche Stimmungsplus im März spricht für eine konjunkturelle Frühjahrsbelebung und ein solides deutsches BIP-Wachstum im ersten Quartal 2015.

Die Stimmung in der französischen Privatwirtschaft, gemessen am Composite Index, hat sich im März dagegen etwas eingetrübt. Der Index sank von 52,2 auf 51,7 Indexpunkte. Er bleibt damit aber den zweiten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Bei einer leichten Verschlechterung bei den Dienstleistern (aktuell 52,8 nach 53,4 Punkten im Februar) hellt sich die Stimmung in der Industrie etwas auf. Mit 48,2 Punkten bleibt der Index für die Industrie aber weiter im kontraktiven Bereich, und das schon seit 11 Monaten. Die Nachfrage ging in beiden Bereichen erneut zurück, jedoch etwas weniger stark als im Vormonat. Einziger Lichtblick: Die Beschäftigung wurde das erste Mal seit 17 Monaten ausgeweitet, wenn auch nur mit einer sehr schwachen Rate. Insgesamt dürfte nach den vorliegenden Daten im ersten Quartal nur mit einem BIP-Wachstum leicht über dem des Vorquartals (0,1% Q/Q) zu rechnen sein.

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