Das Imperium schlägt zurück – Renminbi mit deutlichem Kursplus

Nachdem die Währung im Reich der Mitte in den letzten Monaten tendenziell gegenüber dem US-Dollar zur Schwäche neigte, hat der Renminbi sich Mitte März mit dem stärksten wöchentlichen Kursplus seit 2007 (+0,85%) eindrucksvoll zurückgemeldet. Dass dies zeitgleich zu der deutlichen USD-Korrektur im Zuge der Fed-Sitzung geschieht, ist fraglos mehr als nur eine zufällige zeitliche Überschneidung. Dennoch sehen wir ein klares Signal seitens der chinesischen Offiziellen, die die jüngste RMB-Aufwertung nicht nur zugelassen, sondern sogar mit Interventionen gefördert haben sollen. Trotz der tendenziell auf der schwächeren Seite überraschenden Konjunktur, trotz der Abwärtsrevision des offiziellen Wachstumsziels, trotz des disinflationären Umfelds und trotz der Spekulationen über weitere Zinssenkungen oder gar ein fiskalpolitisches Hilfspaket scheint eine gezielte Abschwächung des Renminbi derzeit keine Option zur Konjunkturstimulierung.

Nicht ganz von der Hand zu weisen ist die Unterstellung, dass China versucht, seine Währung aus Reputationsgründen vor einer stärkeren Abwertung zu bewahren. Im laufenden Jahr steht die turnusmäßige Überprüfung der IWF-Sonderziehungsrechte bevor (genau gesagt: die Zusammensetzung des SZR-Währungskorbs, bislang USD, EUR, GBP, JPY). Ginge es nach China, wäre der Renminbi schon längst in den Club der „offiziell“ wichtigen Weltwährungen aufgenommen worden, was der IWF bei der letzten Prüfung 2010 noch wegen der mangelnden internationalen RMB-Handelbarkeit abgelehnt hatte. Nach den merklichen Fortschritten in Sachen Konvertibilität stehen die Chancen gut, dass der Renminbi 2015 in den Korb aufgenommen werden könnte – dass seine Bedeutung als Weltwährung locker mit der des Britischen Pfunds mithalten kann, sollte außer Frage stehen. Dementsprechend nimmt Chinas Charmeoffensive in Richtung IWF derzeit an Fahrt auf. Wohlbemerkt geht es dabei „nur“ um eine Imagefrage, eine RMB-Beteiligung an der Berechnung der Sonderziehungsrechte hat keinerlei direkte Finanzmarktwirkung.

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