EWU-Inflationsrate im März nur noch leicht negativ

Die Inflationsrate (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) im Euroraum ist im März nur noch leicht im Minus. Nach -0,6 Prozent im Januar und -0,3 Prozent im Februar kletterte sie nach vorläufigen Daten im abgelaufenen Monat auf -0,1 Prozent und hat das negative Terrain fast verlassen. Für Deutschland, Italien und Spanien liegen ebenfalls schon vorläufige März-Daten vor, die weitestgehend die Aufwärtsbewegung untermauern. Der deutsche HVPI sprang im März wieder in den positiven Bereich und liegt aktuell bei +0,1 Prozent. In Spanien fiel die Inflationsrate mit -0,7 Prozent weniger negativ aus als noch im Vormonat, als sie bei -1,2 Prozent lag. In Italien ging die Inflationsarte dagegen wieder zurück und ist mit -0,1 leicht negativ.

Die deutliche Preiskorrektur beim Ölpreis hat zwar inzwischen ihr Ende gefunden. Seit Anfang Februar pendelt der Ölpreis in der Spanne zwischen 50 und 60 US-Dollar. In Euro gerechnet ergab sich beim Rohöl im März aber immer noch ein Preisrückgang von gut 33 Prozent gegenüber dem März 2014. Dies lastet weiterhin auf der Energiepreiskomponente des HVPI, die im Vorjahresvergleich um 5,8 Prozent nachgab. Auch bei den industriellen Gütern ohne Energie sanken die Preise leicht. Dem gegenüber standen im März Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen, die jedoch noch nicht stark genug ausfielen, um die Inflationsrate insgesamt ins positive Terrain zu heben. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) lag leicht niedriger als im Vormonat bei +0,6 Prozent.

Die Verbraucherpreisentwicklung dürfte sich aber in den kommenden Monaten weiter erholen. Zwar belasten die Preise für Energiegüter aufgrund des Ölpreiseffektes weiterhin. Sofern der Ölpreis nicht wieder deutlich nachgibt, dürften die preissenkenden Auswirkungen aber allmählich geringer werden und auslaufen. Bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln dürfte die Preisentwicklung weiter positiv bleiben. Darüber hinaus lassen nicht zuletzt umfragebasierte Indikatoren wie das Konsumentenvertrauen der EU-Kommission ein Anziehen der Konsumnachfrage im Währungsgebiet erwarten. Dies dürfte den HVPI zusätzlich beflügeln, so dass er Ende dieses Jahres wieder bei rund einem Prozent liegen dürfte.

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