Anleiheankaufprogramm der EZB mit ersten positiven Effekten auf EWU-Kreditvergabe

Von der EZB im Rahmen des Bank Lending Surveys befragte EWU-Banken haben berichtet, die Liquidität, die im Zuge des erweitertes Anleiheankaufprogramms der Zentralbanken frei geworden ist, unter anderem für eine Ausweitung der Kreditvergabe an Unternehmen genutzt zu haben. Die EZB deutet dies als ein erstes Anzeichen für die Funktionalität des Programms. Die Ergebnisse der Bankenbefragung zeigen, dass 28 Prozent der EWU-Banken die zusätzliche Liquidität für Kredite an Unternehmen verwendet haben. 17 Prozent nutzten sie hingegen für Hypothekendarlehen und 18 Prozent für Konsumentenkredite.

Nach Angaben der Banken ist zudem geplant, die zukünftig durch das Programm geschaffene Liquidität in den kommenden Monaten weiterhin für eine Ausweitung der Kreditvergabe zu verwenden, sodass sich die Bedingungen in den kommenden Monaten weiter verbessern dürften. Zu erwarten ist sogar, dass sich der positive Effekt des Anleiheankaufprogramms im Verlauf der kommenden Monate verstärkt.

Obwohl die Kreditstandards im historischen Vergleich weiterhin strikt bleiben, haben sie sich für Unternehmen in der Eurozone im Schnitt weiter gelockert. Die relative Lockerung geht zum Teil auch auf das Konto der Anleiheankaufprogramme: Rund die Hälfte aller Banken gab zu Protokoll, dass das Anleiheankaufprogramm der EZB einen positiven Effekt auf die Refinanzierungsbedingungen habe. Ein Vorteil, der entsprechend vereinzelt an die Kreditnachfrager weitergereicht werden konnte.

Sollten sich die Erwartungen der Banken in den nächsten Monaten bewahrheiten, kann dies tatsächlich als ein erster Achtungserfolg des Anleiheankaufprogramms gewertet werden. Nichtsdestotrotz muss nach wie vor stark nach Ländern differenziert werden. Während beispielsweise in Spanien die Kreditvergabe eine positive Tendenz aufweist, gestaltet sich das Bild etwa in Italien weniger rosig. Hier haben sich zwar offenbar die Kreditvergabebedingungen verbessert, allerdings halten sich die Unternehmen bei der Kreditnachfrage weiter zurück, was auch ein Ausdruck der Verunsicherung der Unternehmen darüber ist, wie es mit der italienischen Wirtschaft zukünftig weitergeht.

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