Türkische Parlamentswahlen werfen ihre Schatten voraus

Die Lira hat seit Jahresbeginn deutlich mehr als die anderen Schwellenländerwährungen unseres EM-Universums gegenüber dem Dollar an Wert eingebüßt. Wenngleich die näher rückende US-Leitzinswende die EM-Währungen generell nervös macht, hat die Lira es zusätzlich noch mit schwerwiegenden nationalen Belastungsfaktoren zu tun. Hierbei schlagen ihr zum einen die Diskussionen um die politische Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank auf den Magen. Zum anderen werden nun die dortigen Parlamentswahlen (7. Juni) als Lira-belastend thematisiert. So ließ Ministerpräsident Davutoglu durchblicken, dass der von den Finanzmärkten für seine Kompetenz in Wirtschaftsfragen angesehene stellvertretende Ministerpräsident Babacan aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr dem neuen Kabinett angehören wird. Für Unsicherheit sorgt zudem die Tatsache, dass es bei den Wahlen vorrangig um die Zustimmung über die von Staatspräsident Erdogan angestrebte Verfassungsänderung, sprich um die Einführung eines Präsidialsystems, geht. Dieses würde die Macht vornehmlich auf eine Person, nämlich Tayyip Erdogan, konzentrieren. Da sich an dieser von Unsicherheit geprägten Gemengelage zunächst nichts ändern dürfte, sollten weitere Kursverluste der Lira einkalkuliert werden.

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