ZEW: Konjunkturerwartungen im April mit leichtem Dämpfer

Der Index für die Konjunkturerwartungen, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich errechnet, ist im April nach 5-monatigem Anstieg zum ersten Mal wieder leicht gefallen. Die befragten Finanzanalysten waren für die deutsche Konjunktur in den kommenden sechs Monaten also nicht mehr ganz so optimistisch wie zuletzt, beurteilen aber gleichzeitig die aktuelle Wirtschaftslage nochmals deutlich besser als im März.

Ganz überraschend kommt der leichte Rücksetzer bei den Erwartungen nicht, denn die jüngsten Konjunkturdaten wie z.B. die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe waren eher enttäuschend ausgefallen. Auch das internationale Umfeld (China, USA) hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Allerdings stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen mit aktuell 53,3 Punkten immer noch auf einem sehr hohen Niveau und bestätigen damit den grundsätzlich positiven Ausblick für die deutsche Wirtschaft.

Die Messzahl für die aktuelle Konjunkturlage hat im April sogar nochmals einen kräftigen Sprung nach oben gemacht und steht mit 70,2 Punkten auf dem höchsten Stand seit 2004. Die gute Beschäftigungsentwicklung, steigende Einkommen und angesichts der niedrigen Zinsen eine hohe Ausgabenbereitschaft bei den privaten Haushalten stärken vor allem den Konsum und damit die heimische Nachfrage. Von dieser Seite ist die deutsche Konjunktur also derzeit gut abgesichert. Die schwächelnde Weltkonjunktur begrenzt jedoch den Spielraum für Exportsteigerungen und damit fallen die Wachstumsraten etwas niedriger aus als in früheren Erholungsphasen.

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