EWU-Einkaufsmanagerindizes: Deutschland und Frankreich nagen etwas am Wachstumsoptimismus für die Eurozone

Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Währungsunion haben sich im April allesamt eingetrübt, verbleiben aber auf hohen Niveaus und zeigen weiterhin ein deutlich zunehmendes Geschäftsvolumen in der Privatwirtschaft an. Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex, der sich aus dem Stimmungsbild in der Industrie und den Dienstleistern zusammensetzt, liegt nun bei 53,5 Punkten (März: 54,0), der Teilindex für die Dienstleister bei 53,7 (März 54,2) und derjenige für das verarbeitende Gewerbe bei 51,9 (März 52,2). Die wichtigste Botschaft ist aber, dass diese Eintrübung ausschließlich auf Deutschland und Frankreich zurückzuführen ist. In der Rest-Währungsunion gab es laut Markit dagegen die stärkste Expansion seit August 2007! Damit können die Ende des Monats kommenden Meldungen für die Einzelländer mit Spannung erwartet werden.

Der Optimismus unter den deutschen Einkaufsmanagern ließ im April etwas nach, kann sich aber auf einem hohen Niveau halten. Der Composite-Index verringerte sich um 1,2 auf 54,2 Indexpunkte. Maßgeblich für den Rückgang war ein geringerer Zuwachs bei den Auftragseingängen, der sich auf ein mageres Exportgeschäft in der Industrie zurückführen lässt. Dabei verstärkten besonders höhere Löhne und der schwache Außenwert des Euro den Druck auf die Verkaufspreise, wodurch das Auftragsplus nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie noch im Vormonat. Insgesamt bleibt die Auftragslage aber gut, was auch den Beschäftigungsaufbau stützt. Für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts signalisiert der weiterhin hohe PMI einen guten Start in das zweite Quartal, auch wenn das hohe Wachstum aus dem ersten Quartal wohl nicht wieder erreicht werden wird.

Unter den französischen Einkaufsmanagern gab es wieder einmal einen Stimmungsdämpfer. Dabei hatte der Index für das verarbeitende Gewerbe „nur“ einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Mit 48,4 Punkten liegt er aber nun schon seit einem Jahr unter der kritischen Marke von 50 Punkten. Besonders belastet haben laut Markit rückläufige Aufträge aus dem In- und Ausland. Der Teilindex für die Dienstleister hat einen kräftigen Rückschlag erlitten und zog damit auch den Gesamtindex auf 50,2 Punkte nach unten: Die Stimmung bei den Dienstleistern gab nämlich um 1,6 Punkte auf einen Indexstand von 50,6 nach. Damit bleibt er aber immerhin in einem Bereich, der leicht steigende Geschäfte anzeigt. Zudem gab es trotz des Rückschlags ein positives Signal aus dem Dienstleistungssektor. Denn die Geschäftserwartungen sind im April auf ein Dreijahreshoch geklettert. Mit dem April-Rückschlag bei den Einkaufsmanagerindizes wird deutlich, dass die Erholung in Frankreich kein Selbstläufer und nicht frei von Rückschlägen ist.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *