US-Wirtschaft: Im 1. Quartal aufgrund von Sondereffekten kaum Wachstum, Dynamik sollte aber wieder anziehen

Im ersten Quartal wurde in den Vereinigten Staaten die Wirtschaftsleistung kaum gesteigert, nach den heute veröffentlichten Zahlen lag das annualisierte Wachstum nur bei 0,2 Prozent. Ähnlich wie am Jahresbeginn 2014 hatten Winterstürme und eisige Temperaturen für die Dauer von einigen Wochen das Wirtschaftsleben beeinträchtigt. Darüber hinaus wurde der Außenhandel von einem mehrwöchigen Bummelstreik in den Häfen der Westküste gebremst. Das außergewöhnlich schlechte Wetter hat beim privaten Konsum und bei den Investitionen sichtbare Spuren hinterlassen. Trotz einer insgesamt sehr guten Stimmung bei den Verbrauchern, die zum Jahreswechsel durch die gesunkenen Energiepreise und den kräftigen Schwung am Arbeitsmarkt beflügelt worden war, wuchs der private Konsum nur noch halb so stark wie im Vorquartal. Damit verhinderten die Verbraucher aber immerhin den Rückgang der Wirtschaftsleistung, da ansonsten nur negative Wachstumsbeiträge registriert wurden. Die Investitionen in Wohnungsbauten konnten zwar geringfügig gesteigert werden, insgesamt sanken die Investitionen jedoch noch stärker als im ersten Quartal 2014. Hierbei sticht vor allem der Einbruch der Bauten im gewerblichen Bereich ins Auge. Neben dem wetterbedingten Stillstand zahlreicher Baustellen dürfte sich hier auch die Drosselung der Investitionen im Frackingbereich niedergeschlagen haben. So hatte doch in den vorangegangenen Quartalen der Industriebau deutlich vom Boom der Ölindustrie profitiert.

Trotz dieses erneut sehr schwachen Jahresbeginns dürfte die US-Wirtschaft bereits wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sein. Dafür spricht zum einen das immer noch recht hohe Niveau der Stimmungsumfragen bei den Konsumenten. Neben den wettermäßigen Belastungen hatte doch im ersten Quartal auch ein Anstieg der Spartätigkeit den Schwung beim privaten Konsum gedrosselt. Inzwischen hat den Umfragen zu Folge der Wunsch, die finanzielle Entlastung durch den Rückgang der Energiepreise zum Abbau der Verschuldung zu nutzen, jedoch abgenommen. Im laufenden Quartal dürfte der private Verbrauch deshalb wieder für einen kräftigen Wachstumsschub sorgen. Auch die unverändert sehr gute Stimmung bei den Dienstleistungsunternehmen spricht für ein beschleunigtes Wachstum im laufenden Quartal mit anhaltendem Stellenaufbau. Allerdings dürfte die konjunkturelle Dynamik nicht mehr ganz so stark ausfallen wie zur Jahresmitte 2014. Einer kräftigen Baukonjunktur stehen die Verlangsamung in der Ölindustrie und der kräftige Dollar als Belastung für die Exportwirtschaft gegenüber.

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