EWU: Inflationsrate verlässt im April den negativen Bereich

Die EWU-Verbraucherpreise – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) des Euroraums – sind im April im Vorjahresvergleich nicht weiter gesunken. Nach drei Monaten in Folge mit negativen Preisveränderungsraten ließ die Inflationsrate damit den negativen Bereich hinter sich. Das ergab die heutige Schnellschätzung von Eurostat, die auf den Vorabmeldungen aus Deutschland, Italien und Spanien basiert. Der deutsche HVPI stieg im April auf 0,3 Prozent, nach zuvor 0,1 Prozent. In Spanien fiel die Inflationsrate mit -0,7 Prozent leicht höher aus als im März, als sie bei – 0,8 Prozent lag. Die italienischen Verbraucherpreise blieben wie schon im Vormonat mit 0,0 Prozent unverändert.

Noch immer wirken die im Jahresvergleich niedrigeren Energiepreise dämpfend auf die Inflationsrate der EWU. Die Preise für Energie ermäßigten sich im April mit -5,8 Prozent ähnlich stark wie noch im März. Dagegen zogen die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak mit einer jährlichen Rate von 0,9 Prozent an. Diese Bewegung war deutlich stärker als in den Vormonaten und ist maßgeblich auf den Bereich der unverarbeiteten Nahrungsmittel zurückzuführen. Diese verteuerten sich um 1,3 Prozent. Bei den Dienstleistungen mit 0,9 Prozent und industriellen Gütern ohne Energie mit 0,1 Prozent bleiben die Preissteigerungen dagegen verhalten.

Insgesamt dürfte damit die kurze Zeit negativer Preissteigerungsraten der Vergangenheit angehören. Zwar belasten die Preise für Energiegüter aufgrund des Ölpreiseffektes weiterhin. In der Tendenz verliert dieser Effekt aber im weiteren Jahresverlauf an Stärke. Der Rohölpreis für die Sorte Brent hat Ende April die Marke von 60 US-Dollar je Barrel wieder deutlich überschritten. Und mit einer erneuten, starken Preiskorrektur beim Rohöl ist nicht zu rechnen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir in den kommenden Monaten ein weiterhin moderates Ansteigen der Verbraucherpreise in der EWU. Bis zur eigentlichen Zielmarke der EZB, einer Inflationsrate von „nahe aber kleiner 2 Prozent“, ist der Weg allerdings noch relativ weit.

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