Fed lässt sich weiterhin Zeit

Vom Fed-Kommuniqué des FOMC-Treffens am 28./29. April hatten sich die Marktteilnehmer weitergehende Informationen über den Zeitpunkt der Zinswende sowie über den möglichen Anstiegswinkel der Zinserhöhungen erhofft. Die Fed hat die Marktteilnehmer bezüglich des Zeitpunktes der allseits erwarteten Zinsanhebung jedoch weiter im Dunkeln gelassen. Eine Zinserhöhung schon im Juni halten wir für sehr unwahrscheinlich.

Dass die Wirtschaft im ersten Quartal deutlich an Dynamik verloren hat, ist laut Fed-Statement in erster Linie auf temporäre Faktoren zurückzuführen. Insgesamt klang das Fed-Statement leicht „taubenhafter“ als die Presseerklärung vom 18. März. Die Entscheidungen wurden einstimmig getroffen. Interessant war unterdessen die Nachricht, dass die Fed ein System für eine großangelegte Telefonkonferenz teste. Theoretisch hätten die Währungshüter damit die Möglichkeit, die Zinswende auf einem Treffen des FOMC-Rates festzulegen, auf dem keine Pressekonferenz geplant war.

In den vergangenen Wochen haben die Marktteilnehmer ihre Erwartungen bezüglich der geldpolitischen Wende in den Vereinigten Staaten deutlich revidiert. Galt Anfang des Jahres noch der Juni-Termin als heißester Favorit, werden nun die September- und Dezember-Termine hoch gehandelt. Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank im September dieses Jahres mit einem verhaltenen Schritt von ihrem derzeit extrem expansiven Leitzinsniveau abrücken wird. Ganz auszuschließen ist eine Leitzinswende erst im Dezember aus heutiger Sicht aber nicht, insbesondere nicht für denjenigen Fall, dass sich die konjunkturelle Entwicklung doch schwächer präsentiert als derzeit erwartet.

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