Japan: Inflationsrate im März überraschend gestiegen

Die landesweiten Verbraucherpreise in Japan lagen im März etwas deutlicher im Plus als erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde ein Anstieg um 2,3 % gemeldet, im Februar waren es nur 2,2 %. Damit hat sich der kontinuierliche Abwärtstrend der Preissteigerungsrate, der seit letztem Juni zu beobachten war, nicht weiter fortgesetzt. Gegenüber dem Vormonat ergab sich zuletzt landesweit ein Anstieg um immerhin 0,4 %. Auch die Preise ohne Energie und Lebensmittel (Kernrate) stiegen mit 2,1 % (J/J) bzw. 0,4% (M/M) etwas kräftiger als im Februar.

Besonders deutlich sind im März die Preise für einzelne Dienstleistungen gestiegen, so etwa im Kultur- und Freizeitbereich (3,8 % J/J), für Versorgungsdienstleistungen (Wasser, Strom und Licht: 3,6 % J/J), sowie für Lebensmittel (4,2 %) und Kleidung & Schuhe (3,7 % J/J). Letztere wiesen auch im unmittelbaren Vormonatsvergleich besonders hohe Preiserhöhungen (3,0 % M/M) auf. Die Mietkosten blieben gegenüber dem Vormonat hingegen unverändert und haben so auch im Jahresvergleich mit 0,3 nur stark unterdurchschnittlich zur Inflation beigetragen.

In den Inflationszahlen ab April wird der statistische Basiseffekt aus der Konsumsteueranhebung vom 1. April letzten Jahres entfallen. Daher ist zu erwarten, dass die japanische Inflation nun deutlich nach unten zieht. Angesichts der höheren Preisdynamik im März dürfte Japans Inflation im April aber nicht – wie vereinzelt schon befürchtet wurde – unter die Null-Linie gefallen sein. Rein rechnerisch hätte der Konsumsteuereffekt ein Ausmaß von gut 2 Prozentpunkten. Tatsächlich wurde im letzten Jahr die Zusatzkosten der Steueranhebung aber nicht überall an die Verbraucher voll weiter gewälzt, die Teuerung war von März auf April 2014 nur von 1,6 % auf 3,4 % (J/J) gestiegen.

Erste Auskunft über die weitere Inflationsentwicklung geben die jüngsten Verbraucherpreisdaten aus dem Großraum Tokyo, die stets einen Monat früher als die landesweiten Daten vorliegen. Danach stiegen in Tokyo die Preise im April um 0,4 % gegenüber März und lagen so um 0,7 % über dem Vorjahresmonat, nach +2,3 % im März. Der Preisdruck nach oben bei Lebensmitteln sowie bei Kleidung & Schuhen hat dabei im April angehalten, ebenso der entlastende Effekt bei den reinen Mietkosten. Den Tokyo-Zahlen zufolge würde der Wegfall des Konsumsteuereffektes schätzungsweise etwas weniger als 2 Prozentpunkte ausmachen. Damit ist auch für die landesweite Preisentwicklung Japans für die kommenden Monate vorgezeichnet, dass es nicht zu einem Rückfall in die Deflation kommen wird, dafür ist die landesweite Preisentwicklung im März zu dynamisch nach oben gerichtet gewesen. Der Bank von Japan dürften die jüngsten Zahlen Beweis genug sein, dass ihre extrem expansive Geldpolitik am Ende doch dafür sorgt, dass die Preise ansteigen, wenn auch bislang nicht in dem von ihr gewünschten Tempo.

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